Stories_Rokko´s Adventures im EVOLVER #103

Vielgeliebt und doch allein

Freddy Quinn, ein internationaler Star, der zu Journalisten ein distanziertes Verhältnis pflegt, sich mit seiner Kunstfigur von der Außenwelt abschottet, seine Frau öffentlich nur als "meine Managerin" siezte, ist im September 2016 ganze 85 Jahre alt geworden. Ein exklusives Fest mit einstelliger Gästelistenzahl im geheimen Szenelokal? Falsche Fährte. Gefeiert wird mit Liptauerbrot und Dosenbier in einem Gemeinschaftsraum im Wiener Wohnpark Alt-Erlaa, den das Pensionistenehepaar Brigitta und Eduard Klinger gestaltet.    21.02.2020

Rokko´s Adventures ist - so steht es im Impressum - eine "unabhängige, überparteiliche sowie übermenschliche Publikation" und "setzt sich mit Leben, Kunst, Musik und Literatur auseinander". Der EVOLVER präsentiert (mit freundlicher Genehmigung) in regelmäßigen Abständen ausgewählte Beiträge.

 

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"Kommen S´rein, kommen S´ rein! Die Nummer muß jeder hören, der bei uns im Museum ist!", sagt der rüstige Herr Klinger und dreht "Spanish Eyes" auf, mit der Freddy Quinn - so seine Überzeugung - nur aus rechtlichen Gründen an der absoluten Weltherrschaft vorbeigeschrammt ist. "Aber bevor Sie hereinkommen, muß ich Sie warnen: Es könnte sein, daß Sie uns als Fan verlassen." Mit einer großzügigen Geste lädt er ins Freddy-Quinn-Archiv, an dem er und seine Frau 50 Jahre lang gearbeitet haben: hunderte Videokassetten, Schallplatten, Zeitungsartikel, Gitarren, Poster und Anzüge, die denen von Elvis um nichts nachstehen. Brigitta und Eduard Klinger sind zwei wandelnde Lexika und kennen jede Fußnote zu Freddy Quinn aus dem Effeff. Einige Platten sieht man in vielfacher Ausführung in den Regalen, doch Eduard Klinger ist hier ein Pedant: "Für 1 Schilling 50 könnt ich die schon verkaufen, aber ich muß sie erst alle durchhören und vergleichen. Nur weil die gleichen Nummern drauf sind, muß das nicht dieselbe Pressung sein. Da gibt es Qualitätsunterschiede."

 

 

Der jahrzehntelange Quinn-Aficionado erzählt nicht ohne Stolz über seine mehr als 30jährige Ehe mit Brigitta Klinger: "Kennengelernt haben wir uns bei einem Freddy-Quinn-Konzert im Konzerthaus Wien. Ich hab damals eine selbstgemachte Freddy-Quinn-Clubzeitung verkauft, sie war meine Kundin." Der Rest ist Geschichte.

Initialzündung für die lebenslange Anhängerschaft war "Heimweh" von 1956, ein sentimentaler Schlager, der in kürzester Zeit sämtliche Jukeboxes und Radiostationen beherrschte. Dann waren die Klingers eine Zeitlang gemeinsam im Wiener Freddy-Quinn-Fanclub, doch darin kam es zu Unstimmigkeiten, und die beiden merkten, daß sie ohne den Verein wohl besser dran wären. Den gibt es zwar heute noch, aber Eduard Klinger bezeichnet ihn als "Kaffeekränzchen mit keinerlei Aktivitäten. Eine lebendige Leiche." Der Ausstieg hat der Sammelleidenschaft keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil, sagt Brigitta Klinger: "Das hat uns eher Power gegeben. Ich hab damals alles, was ich gesammelt habe, dem Club übergeben, weil ich eben dachte, daß so etwas Ähnliches wie hier daraus einmal entstehen kann. Wie ich dann hinausgeschmissen wurde, habe ich meine Sachen nicht zurückbekommen. Die haben sie sich behalten."

Ihre Sammelleidenschaft konnten die Klingers bis zur Pension mit dem beruflichen Leben unter einen Hut bringen: sie war Lehrerin, er in verschiedenen Pflegeheimen tätig. Neben dem Museumsraum gibt es noch ein Kinovorführzimmer und eine "gemütliche Ecke" mit Sesseln und Tischen. Brigitta Klinger führt euphorisch durch die Vitrinenlandschaft: "Die Visitenkarten hier, auf denen nur 'Meine Karte' steht, hat er drucken lassen, weil er immer wieder gefragt wurde: 'Können Sie mir Ihre Karte geben?' So ähnlich war´s mit Zündholzpackerln, auf denen 'F. Quinn - non smoker' steht. Er hat ja nicht geraucht, wurde aber dauernd nach Feuer gefragt. Deswegen hat er sich die Zünder machen lassen - nur fehlt bei allen der Zündkopf. Man sieht schon, daß er auch Humor hat", reagiert sie auf den Ruf, der Freddy Quinn vorauseilt: man hört, er wäre wenig charmant, arrogant, kalt. Meine Mama, die früher Flugbegleiterin war, hatte ihn einmal an Bord und weiß auch keine Feinheiten über ihn zu berichten. Eduard Klinger ist es am liebsten, wenn er so etwas gar nicht hört; er blockt ab und will das Thema wechseln: "Er ist ein 31er-Baujahr und entsprechend der Zeit erzogen worden."

 

Freddys G´schichteln und das Meer

 

Mit seinen Liedern reiste er nach Mexiko, Odessa, in den Gasthof zur heilen Welt und zurück in die einsame Kajüte auf hoher See. Freddy Quinn - eigentlich Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl - ist eine pingelig inszenierte Kunstfigur, deren Korsett ihm aber selbst oft zu eng wurde. Seine Biographie wird bewußt rätselhaft und mysteriös gehalten, aber ein abenteuerliches Leben hatte er schon vor seiner Musikkarriere: 1931 in Wien geboren, trennten sich seine Eltern, und er zog mit dem Vater nach Amerika. Die Mutter holte ihn kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Wien. Sie war mit einem verarmten Adeligen zusammen, der Freddy Quinns Stiefvater werden sollte - eine komische Type, die Tiergedichte schrieb und über die der Ziehsohn bis heute kein nettes Wort verliert. Eduard Klinger zuckt mit den Schultern: "Njooo ... angeblich wurde er auch geschlagen. Jedenfalls war die Disharmonie in der Familie der Grund, daß er die erstbeste Gelegenheit wahrgenommen hat, obzuposchn, auf Weanarisch, zu dem Zirkus Gschwandner ins Burgenland. Da war er siebenzehneinhalb Jahre."

Im Zirkus wurde ein Saxophonspieler gesucht, und Freddy Quinn hatte sich beworben, ohne das Instrument je in der Hand gehalten zu haben. Genommen hat man ihn, weil er Muskeln hatte, meint Herr Klinger: "Der hat damals auch schon trainiert, der dürfte seinen Körper schon immer sehr gepflegt haben. Zum Zirkus ist er mit Erhard Hassek, den er in der Katholischen Jugend kennengelernt hat." Andere Quellen behaupten, diese Begegnung hätte bei der Hitlerjugend stattgefunden, was sich aber nicht verifizieren läßt. Bestätigterweise begann von da an Freddy Quinns Tramperleben: durch den Süden Europas, Nordafrika, von Marokko wieder zurück, über eine kleine Showeinlage mit Edith Piaf und eine Probezeit bei der Fremdenlegion nach Hamburg. Dort trat er in den 1950ern in der Washington Bar auf und wurde bald als neue Hoffnung entdeckt. Wie es der bekennende Antialkoholiker in diesen Höhlen mit dem Trinken hielt? Eduard Klinger zuckt mit den Schultern: "Rauschig, natürlich, wenn du auf der Reeperbahn in den Spelunken herum... Die haben bis vier in der Früh gespielt, und dann sind sie nicht schlafen gegangen. Dann sind sie zum Onkel Max und Onkel Pö, in diese ganzen Bums´n, und da hat er natürlich geraucht und getrunken, bis er eines Tages festgestellt hat, daß ihm das nicht gut tut. Dann war er bei den Guttemplern, das sind die 'Anonymen Alkoholiker', und er ist seither so trocken, daß du ihm nicht einmal ein Glas Sekt anbieten kannst bei einer Festivität. Er läßt es sich zwar einschenken und stößt an, aber er trinkt es nie. Das muß noch vor 1956, noch vor Polydor gewesen sein ..."

 

 

Was er auf der Reeperbahn singen wollte, waren englische Songs, die er teilweise noch aus Amerika kannte, doch, so Eduard Klinger: "Er war aufgrund der sentimentalen Songs der späten 50er und frühen 60er mehr oder weniger genötigt, den einsamen, traurigen Star zu spielen, obwohl das nicht ganz zu seinem Innersten paßte. Wer in die Tiefe seiner Musik gehen will, stößt überwiegend auf Country und Western." Und tatsächlich gehören die von ihm moderierten Country-Fernsehshows zum Besten, was der unnahbare Showman mit hölzerner Mimik vollbracht hat. Freddy Quinn bezichtigt darin amerikanische Countrymusiker, die offensichtlich mit Hank Williams die Pharmazie studiert haben, ihre Stecknadelaugen kämen wohl vom Lampenfieber. Eduard Klinger hakt ein: "Nur war 'Heimweh' erfolgreich, seine nächsten kitschigen Nummern 'Rosalie', 'Heimatlos', 'Noch immer allein' auch - na, was macht man? Beim Roy Black war’´s ja genauso: Man walzt die Welle so lang, bis nichts mehr rausschaut." Brigitta Klinger glaubt, daß viele Menschen ein falsches Bild von Freddy Quinn haben: "Man hört immer die paar selben Nummern, aber daß er 1.200 andere Titeln hat, das wissen die wenigsten."

Einer davon ist "Wir", wo er singt: "Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR! Ihr lungert herum in Parks und in Gassen, wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR!" Wie Freddy Quinns Leben - Schulabbruch, Zirkusartistik, Vagabundieren, Autotrampen - mit dem Anti-Protest-Song von 1966 zusammengeht, darüber ist sich die Welt nicht einig. Daß es eine Trotzreaktion auf die Erfolge der Rolling Stones und der Beatles war, glauben die Klingers nicht: "Man darf nicht vergessen: geschrieben hat er das Lied nicht. Er hat es nur interpretiert und war vielfach der Plattenfirma Polydor verpflichtet, gewisse Titel zu singen." Geschrieben wurde "Wir" von Fritz Rotter und Lotar Olias, der 1932 der NSDAP beigetreten war und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs erfolgreiche Lieder schuf, darunter den "SA-Totenmarsch", "Braun und grau" und den "Amtswaltermarsch" ("Gott segne unser´n Führer und das Werk seiner Tat. Daß er uns allzeit schütze vor Juda und Verrat"). Eduard Klinger schüttelt den Kopf: "Das wissen wir nicht." Diese "finsteren Jahre" blenden die Klingers aus. "Er sagt heute, es war ein Fehler, daß er 'Wir' damals gesungen hat, es hat ihm nicht gutgetan." Immerhin hat er danach keinen Nummer-1-Hit mehr gelandet, fährt Eduard Klinger fort: "Und wir sind der Ansicht, so schlimm ist das gar nicht. Ich meine … Er singt: 'Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden?' - ja, ist das denn so schlimm?" Brigitta Klinger: "Es haben sich einige damals auf den Schlips getreten gefühlt. Ich weiß nicht, wie alt ich war, aber mir hat das damals gefallen. Ich habe mir innerlich auch gedacht: Was machen die? Warum arbeiten die nichts? Ich muß ja auch in die Schule gehen. Warum wollt ihr nichts aus dem Leben machen?" Politisch festmachen läßt sich ihr Held sowieso nicht, so Herr Klinger: "Kirche, Politik, Bank und Bett sind Tabus für ihn. Wenn er was erzählt, ok, aber fragen soll man ihn nach Privatsachen besser nicht."

Wenn er sich öffnen konnte, dann wohl bei seiner Partnerin und Managerin Lilli Blessmann, die 2008 verstorben ist. Die beiden waren seit den 1950ern liiert - und im Privaten haben sie sich sogar geduzt. "Die Lilli hat von früh an seine Plattenverträge gemacht, weil er furchtbar schlechte abgeschlossen hat. Für 'Heimweh' hat er 240 Mark gekriegt. Sie hat ihn durchs ganze Leben geführt. Nur offiziell durfte er nicht verheiratet sein und auch keine Partnerin haben: aus Marketinggründen", so Eduard Klinger. "Sie haben in Las Vegas geheiratet, mit offiziellem Zertifikat, das aber in Europa nicht galt. War er also verheiratet? Jein. Dort schon, hier nicht."

 

Besuch von oben

 

So oder so: Freddy Quinn ist eine vielfältige Erscheinung. Wie oft die Klingers ihn live gesehen haben, läßt sich nicht mehr sagen: auf unzähligen Konzerten, in Theatervorführungen, vor, hinter, auf der Bühne - und privat. Seine Zirkusaufführungen sind auch später noch wichtige Elemente seiner Persönlichkeit gewesen, obwohl er in der Wiener Stadthalle einmal von einem Löwen angefallen wurde. Zudem war er bei diversen Karl-May-Festspielen zu sehen: als Sam Hawkins, der Berufsalkoholiker. Eduard Klinger: "Sein erster Theaterauftritt war das Musical 'Heimweh nach St. Pauli' im Jahr 62. Da hat ihn der Olias quasi auf die Theaterbühne gedrängt. Das war sehr erfolgreich in Wien, Berlin, München, Hamburg klarerweise. Und dann hat ihm Olias, der ein mächtiger Mann im Stadttheater Lübeck war, die Rolle des Obolski im Theaterstück 'Das Feuerwerk' angeboten. Freddy Quinn wollte aber mehr zeigen als nur einen Theaterdirektor, nämlich auch, daß er circensische Fähigkeiten hat. Er wollte von der einen Loge in die andere übers Seil gehen - und hat für das Theaterstück letztendlich Seillaufen gelernt. Und wie er dann zum Löwenkäfig und zum Bereiten des Schimmels gekommen ist - ja mei, man muß schon sagen, er ist ein Multitalent." Doch die Widersacher schliefen nicht, setzt er fort: "Beim Theater haben sie gemeint: 'Was will der Schlagerfuzzi auf der Theaterbühne?' Viele sind gekommen, um das hinterher durch den Kakao zu ziehen und entsprechend zu kritisieren. Er war gezwungen, seine Rollen 200 Prozent einzustudieren und zu präsentieren, weil alle drauf gewartet haben, daß er kippt - und das war nie der Fall. Aber er ist eben leider in die Schlager-Schublade gedrängt, und dort kommt er nicht raus."

An der Wand hängt neben unzähligen anderen Postern eines vom Raimund-Theater 1956, auf dem er als "der Originalsänger der Weltklasse" angekündigt wird. "Meine Frau ist für die Optik des Museums zuständig. Also wenn ich das eingerichtet hätte, hätte es ganz anders ausgeschaut - und das mein ich nicht im Guten", lacht Eduard Klinger: "Aber wenn Sie auf so einer Sammlung sitzen, können Sie nicht sagen: 'Ich mach die Tür zu, ätsch, ich hab´s, und du nicht!' Das schreit einfach nach Veröffentlichen, ob man will oder nicht. Er hat´s ja nicht bestellt, der Freddy." Dennoch hat er das Archiv schon dreimal besucht, allerdings nicht hier, denn diesen großzügigen Präsentationsraum haben die Klingers erst 2016 bekommen, sagt die männliche Hälfte: "Zweimal war er im alten Raum drüben, und einmal, 2000, bei mir im Blindenheim, im 14. Bezirk. Da war ich Finanzminister und hab den Hauptschlüssel gehabt. Wenn der Direktor nicht da war, hab ich die Führungen gemacht und ihn vertreten. War eine schöne Zeit. Und da war es auch kein Problem, wie ich gesagt habe: 'Ich brauche den Festsaal für zwei, drei Wochen. Wir bauen unsere Sammlung auf.' Der Festsaal war so verändert, daß es schmerzlich war, das wieder abzubauen: 24 aufgebaute Tische, auf der Bühne meine Orgel, meine Musikanlage, eine Gitarre - wir waren für alle Eventualitäten gerüstet."

Die Klingers treffen ihren Freddy in unregelmäßigen Abständen, letztes Mal "im Großraum Hamburg", sagt Brigitta Klinger: "Er ist schlank, obwohl man ihn in der Zeitung immer so abbildet, als ob er weiß Gott wie aussähe. Er ist in keinem Pflegeheim, benützt keinen Stock, und er könnte sicher noch singen." Seine Maske behält er aber auch unter Freunden auf, und wenn er das Haus verläßt, verstärkt er sie noch, so Eduard Klinger: "Er versucht, den Kontakt nach außen auf ein Minimum zu beschränken, hat meistens dunkle Brillen und eine Mütze auf, und manchmal läßt er sich ein bißchen einen Bart wachsen." Was der menschenscheue Waffenscheinbesitzer den ganzen Tag macht, bleibt Spekulation. Eines seiner Hobbies ist das Reparieren von Uhren, und er ist ein sprachinteressierter Mensch, so Eduard Klinger: "Er singt immerhin in zwölf Sprachen und spricht sieben fließend." 1958 hat er "Mamatschi schenk mir ein Pferdchen" auf Japanisch aufgenommen - in Japan. Eduard Klinger, der diese Pressungen gleich herzeigt, meint: "Die japanischen Pressungen waren zu seiner Hochzeit aus dem 58er-Jahr, da hat er eine Japanreise, eigentlich eher privat, begonnen. Man hat ihn aber erkannt, weil er einen westlichen Fotoapparat umhängen gehabt hat. Später ist man dann dahintergekommen, wer das wirklich ist, und dann haben sie ihn natürlich vom einen Studio ins andere geschleppt. Das ist instrumental original in Japan aufgenommen worden, das war nicht das europäische Playback. Dann gibt´s 'So geht das jede Nacht', das ist der Rock and Roll aus dem 56er-Jahr, wo er beim Eurovision Song Contest zum ersten Mal dabei war. Dann war 'Waltz of the Wind', und das vierte Lied ist 'Der Weg nach Haus ist schwer für einen Legionär' - alles auf Japanisch. Er hat aber zugegeben, daß sehr viel geschnitten wurde, also wahrscheinlich hat er´s 20 Mal aufgenommen, und überall sind die besten Passagen zusammengeschnitten worden."

 

Obwohl sich diese und unzählbare andere kostbare Objekte im Archiv befinden, muß man seine Grenzen kennen, so Eduard Klinger: "Es muß alles im Rahmen bleiben. Man darf es nicht soweit treiben, daß der Exekutor kommt." "Aber das Catering ist schon bestellt!" lächelt Brigitta Klinger. Wie viele Leute zur Feier kommen? Sie zuckt mit den Schultern: "Wenn ich das nur wüßte!" Eduard Klinger meint zusammenfassend: "Wir sind im Grunde Opfer, Gefangene, von diesem Virus, welches mich 56 und sie ein bißchen später infiziert hat."

Daß Freddy Quinn höchstselbst zum Geburtstag im Museum auftauchen würde, wollte niemand hoffen - aber auch nur deswegen, weil man nicht enttäuscht werden will.

Die Musikanlage ist auf jeden Fall aufgebaut. Man ist gerüstet. Für alle Eventualitäten.

 

 

Rokko’s Adventures

aus: Rokko´s Adventures #18


Text: Rokko

Fotos: Charlotte Maconochie

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