Stories_Rokko’s Adventures im EVOLVER #31

Der Retrovisionist

Er gilt als Godfather des Neo Folk. Er selbst bezeichnet seinen Stil lieber als Psychopop und sich selbst gerne als Edgar Allan Poe der Rockmusik. Er schreibt düster-melancholische Songs, Bücher über die okkulten Wurzeln der Nazis und Meditationsratgeber. Vor 31 Jahren erschien seine erste LP: Paul Roland, britischer Musiker, Schriftsteller, Journalist und Legendenbastler in eigener Sache. Gründe genug, diesen dunkel schillernden, großen Unbekannten des Pop zum Interview zu bitten.    05.01.2011

Rokko's Adventures ist - so steht es im Impressum - eine "unabhängige, überparteiliche sowie übermenschliche Publikation" und "setzt sich mit Leben, Kunst, Musik und Literatur auseinander". Der EVOLVER präsentiert (mit freundlicher Genehmigung) in regelmäßigen Abständen ausgewählte Beiträge.

Das komplette Interview mit Paul Roland - im Englischen Original - finden Sie hier.

 

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Who lurks down the lane crouched in the shadows
no lantern to light his way,
whose laughter rings like a Music Hall villain
the ladies faint dead away ...

(Aus: "Spring Heeled Jack")

 

Gaslight Tales

 

Mit seiner mitunter kindlich klingenden Stimme und in oftmals viktorianisch anmutender Sprache besingt er Okkultisten, Opiumraucher, Piraten, verrücktgewordene Zirkusartisten, Cricketspieler, gespenstische Geliebte, Madame Guillotine, Doctor Strange oder Captain Blood. Er versteht es in seinen Liedern, ob in akustischem, kammermusikalischem oder elektrifiziertem Gewand, die nebligste Atmosphäre zu schaffen, seit Conan Doyle die Baker Street verlassen hat, und wirkt - in seinen besten Momenten - wie aus der Zeit gefallen.

Hört man Paul Roland, erwartet man - danach, beim Blick aus dem Fenster - im fahlen Mondlicht flackernde Gaslaternen zu sehen; dunkle Schatten in düsteren Ecken zwischen geduckten, schiefgiebeligen und verruchte Opiumhöhlen beherbergenden Häusern, in feines Tuch gehüllte Männer mit sinister ins Gesicht gezogenen Hüten und blasse Frauen mit seltsam schmalen Augen und in der Windstille geisterhaft wehenden Röcken.

Und ist vermutlich fürchterlich enttäuscht, wenn da nur der prototypische "Oida!" ins Handy brüllende Jogginghosentrottel unten steht (der seine ferngesteuerte Existenz samt weiblicher Begleiterscheinung eben zum subwooferbewehrten Blechkübel seiner Brüder im Ungeiste beugt, um den allwochenendlichen Hirntod im Großraum-Fun-Container vor den Toren der Stadt zu erörtern).

Paul Roland ist für andere Welten zuständig. "Ein organisiert anachronistischer, rührender Dichter", meinte Diedrich Diederichsen schon 1987 im "Spex". Das trifft zu - und ist aber noch längst nicht alles.

 

House Of Dark Shadows

 

Geboren wurde Paul Roland am 6. September 1959 im britischen Kent als einziger Sohn einer Schauspielerin und eines Schriftstellers. Und zwar, wie es die (auf Roland selbst fußende) Legende will, nicht irgendwo, sondern backstage während einer Hamlet-Aufführung, in der seine Mutter die Ophelia gab.

Als - wie er selbst meint - verzogenes Einzelkind wurde er sehr früh auf die "Benjamin Twist’s Prep School For The Sons Of Gentlemen" geschickt, wo er sich durch mentale Abwesenheit und dem Ersinnen schauriger Kriegsgeschichten sowie eigenartiger (und dem Erziehungspersonal völlig unbekannter) Krankheiten wie dem Black Snake Swamp Fever hervortat, das er sich angeblich von einem aus Afrika zurückgekehrten Onkel väterlicherseits zugezogen hatte. Letzteres half ihm auch, mit 16, sehr zur Freude des Dr. Twist, die Schule verlassen zu dürfen.

Roland entdeckte (und das ist nun wirklich erwiesen) sehr früh die Liebe zur Musik. Seine ersten Kompositionen stammen aus dem Jahr 1974. 1980 veröffentlichte er seine erste LP, "The Werewolf Of London", die auch Eingang in die Radioshow der britischen DJ- und Talentscout-Legende John Peel fand.

Anfang der 80er Jahre verdiente Roland seine Brötchen hauptsächlich als Film- und Musikjournalist für Magazine wie "Kerrang", "Sounds" oder "Record Mirror" und interviewte Leute wie Nico (Velvet Underground), Mark E. Smith (The Fall), Lemmy (Motörhead) oder auch Ozzy Osbourne (Black Sabbath), der ihm auf die Frage, wie man denn im Musikbusiness Erfolg haben könnte, die lakonische Antwort gab: "Halte dich von den Scheiß-Plattenfirmen fern!"

Ein Tip, den er auch beherzigen sollte. Alle seine Alben, die in den 80ern und 90ern folgten, inklusive seiner Meisterwerke wie "Cabinet Of Curiosities" (1987) oder "Duel" (1989), kamen nämlich auf kleinen Labels heraus, was ihm zwar gewisse Freiheiten ermöglichte, den großen, breitenwirksamen Erfolg als Musiker aber eher torpedierte.

Zudem ist sein Stil mit 'eigenwillig' auch nur unzureichend umschrieben. Er selbst, der seinen Angaben zufolge nie eine Musikausbildung genossen hat, nennt immer wieder die Hippie- beziehungsweise Glamrock-Paradiesvögel Syd Barrett und Marc Bolan als Inspirationsquellen, und meinte vor einiger Zeit dem argentinischen "Nucleus Magazine" gegenüber:

 

"Meine Musik ist sicherlich im Kern englisch und wurzelt in den psychedelischen 60er und frühen 70er Jahren, obwohl ich viele klassische Instrumente benutze, um die viktorianische und edwardianische Landhaus-Garten-Party-Atmosphäre zu beschwören, die zu meinen Texten paßt, die meist übersinnliche oder historische Themen haben."

 

Die Lyrics stammen ausschließlich von ihm, die Musik entsteht oft in Zusammenarbeit mit Arrangeuren. Das ergibt mit seiner jungenhaft hellen und klaren Stimme in Summe eine bis heute recht einzigartige Mischung, die sich jeglicher Einordnung entzieht: Folkrock? Psychedelic Rock? Apocalyptic Folk? Auf jeden Fall nicht gerade das, was die Stadien füllt. Was dazu führte, daß Roland von 1997 bis 2004 eine Pause einlegte. Eine Pause, die er nutzte, wieder verstärkt popjournalistisch tätig zu sein und ein weiteres Standbein auszubauen: nämlich Bücher zu schreiben.

Und zwar durchaus solche, die - kennt man seine Lieder - nicht unbedingt von ihm erwartet würden: Bücher, die klingende Titel wie "How To Meditate" oder "Contact Your Guardian Angel" tragen. Steckt hinter dem Chronisten düster-makabrer Romantik etwa gar ein Eso-Hippie, der sich, mit Räucherstäbchen bewaffnet, auf seinen persönlichen Indientrip begeben hat? Nicht wirklich, wenn man die restlichen Buchtitel betrachtet: "In The Minds Of Murderers", oder gleich "The Nazis And The Occult".

Was also?

Auf jeden Fall ist er ein Meister der (Selbst-)Mystifizierung, bei dem man letztendlich nie weiß, wo die Fiktion endet und die Wirklichkeit beginnt.

Derzeit lebt der eher menschenscheue Musiker und Vater zweier Früh-Teenager-Söhne recht abgeschottet in Deutschland und England, hat eben das Album "Grimm", beruhend auf den Märchen der Gebrüder Grimm, das Anfang 2011 erscheinen soll, fertiggestellt und läßt sich, wenn er nicht gerade an Horrorfilm-Soundtracks arbeitet, ganz gern per E-Mail interviewen.

 

Cabinet Of Curiosities

 

Wie Paul Roland seine eigene Musik beschreibt?

"Dunkel und traurig und phantasievoll und literarisch - das trifft's wahrscheinlich. Jeder Song ist gleichsam eine Szene aus einem altmodischen Horrorfilm, aber eben ohne Bilder. Der Zuhörer ergänzt dann die Bilder in seinem Kopf, die ich ihm mit meinen Worten und meinen Soundlandschaften vorschlage."

 

Ergänzen sollte man vielleicht auch, daß sich das "literarisch" nicht zuletzt in der Nähe seiner Lyrics zu verschiedenen Sujets der Genreliteratur offenbart. Lovecraft, Poe und überhaupt die britische Dekadenzliteratur des fin de siécle lassen grüßen, wie auch einschlägige Comics, etwa der von ihm selbst besungene "Dr. Strange":

"Horrorcomics habe ich immer schon gemocht, seit ich elf oder zwölf war. Sie bieten einen sehr direkten Zugang zu unseren unterbewußten Ängsten, und das Artwork besitzt oft eine makabre Schönheit, die ich unwiderstehlich finde. Ein altes DC-Comic aus den 60ern oder frühen 70ern zu öffnen ist wie das Hochziehen des Vorhangs zur Miniaturausgabe eines Grand Guignol-Theaterstücks. Du weißt, daß du das Heft zuschlagen kannst, wenn's zu grausig wird, aber es bleibt eine schöne und süchtigmachende Verlockung."

 

In seiner Kindheit war er allerdings keine übermäßig große Leseratte. Die Liebe zu den Büchern kam erst in seinen Zwanzigern, als er angeblich einer sehr belesenen Freundin nach ihrer beider Trennung eins auswischen wollte und literarisch aufzuholen begann.

"Was Schriftsteller betrifft, so bevorzuge ich schrullenhafte britische Fantasy-Autoren wie H.G. Wells, den zu Unrecht vergessenen John Wyndham, Mervyn Peake, dessen makaber-poetische Gormenghast-Erzählung mich zu einigen Songs auf dem 'Duel'-Album inspiriert hat, und natürlich M. R. James - Englands besten Erzähler von Geistergeschichten. Die Amerikaner hingegen pflegen einen völlig anderen Stil, den ich nicht gar so reizvoll finde."

 

Ausnahmen bestätigten nur die Regel.

Was ihn generell inspiriere?

"Bilder. Szenen aus Filmen und die Ideen hinter bestimmten Filmen befeuern da meine Vorstellungskraft. Manchmal nehme ich auch nur einen winzigen Aspekt einer Story und entwickle ihn weiter, oder ich fühle mich zu einer einzelnen Person darin hingezogen, wie es mir bei 'Walter The Occultist' aus dem 'Cabinet Of Curiosities'-Album ergangen ist. Einerseits kam mir die Idee zu Walter in einem heruntergekommenen Wahrsager-Geschäft in einer kleinen Stadt am Meer, andererseits durch den Film 'Night Of The Demon' (1957) von Jacques Tourneur, einem der wenigen Filme, die sich auf intelligente Weise mit Magie und Okkultismus beschäftigen. Aber auch historische Themen und Ereignisse können inspirierend sein, obgleich es die etwas bizarren Charaktere und Situationen sind, die mein Adrenalin fließen lassen. Ich muß da immer einen 'Roland'-Zugang finden."

 

Seine Lieder spielen ja beinahe alle in der Vergangenheit, muten oftmals viktorianisch an, allerdings weniger im Sinne einer geschichtlich klar umrissenen Zeit als in atmosphärischer Hinsicht.

"Sie versprach Eleganz, Abenteuer und Grenzenlosigkeit, bevor dann später der Erste Weltkrieg alle Illusionen zerschmettert und die Zeit der Unschuld für immer beendet hat", so Roland im 2008er-Interview mit dem deutschen Webzine "Nonpop".

"Und es bleibt dieses übermächtige Gefühl, daß wir da etwas verloren haben, eine bestimmte Qualität, eine Hoffnung auf Abenteuer und Entdeckung", meint er ergänzend.

 

Gargoyles

 

Apropos Horror: Da scheint Paul Roland ja auch eher die Old School-Grusler den zeitgenössischen Torture/Splatter-Streifen vorzuziehen. Selbst im tropische Exotik atmenden "Jumbee" geht’s um den klassischen Zombie haitianischer Prägung und nicht um den lebenden Toten, wie wir ihn seit George A. Romero kennen. Obwohl er im Song "Leatherface" durchaus seine Kenntnis des modernen Terror-Films unter Beweis stellt.

 

"Ich schätze die im wahrsten Sinne traumhafte Qualität alter Schwarzweiß-Horrorfilme von Universal Pictures und Val Lewtons bezaubernde Reihe an B-Movies aus den 1940ern, aber genauso liebe ich die 'Hammer'- und 'Amicus'-Produktionen aus den 60ern und 70ern, da sie sich in einer Welt abspielen, die um so vieles interessanter ist als unsere eigene. Hinter den Eingeweide-Shows von 'Hostel oder Saw' kann ich beim besten Willen keine Ideen entdecken, obwohl ich den jeweils ersten Teil durchaus mochte. Das ist aber im Grunde nichts anderes als das filmische Äquivalent zum Betrachten eines Verkehrsunfalls. Nicht Kino, sondern Zelluloid-Chirurgie ohne Anästhetikum."

 

Auch den diversen Remakes à la mode steht er skeptisch gegenüber:

"In 'Halloween' hat Rob Zombie die unverzeihliche Sünde begangen, mir sämtliche Motive des Killers zu erklären, was diesem jegliche Bedrohlichkeit nahm, die er im Original hatte. Ein böser Fehler!"

 

Candy says

 

Doch nicht nur inhaltlich haben wir es beim Roland'schen Oeuvre mit charmanter Old-Fashionedness zu tun.

Auch sprachlich ist er vom derzeitigen Liebkind des funktionalen Analphabeten, dem globalisierten "Yomanwhatsupsuckmyfuckingdickbitch"-Gestammel der Kinderzimmerzuhälter-Internationale, meilenweit entfernt.

 

"Sprache ist eine wunderschöne Kunstform; und wenn ich Texte schreibe, dann ist das wie das Erschaffen einer Skulptur. Das mag prätentiös klingen, aber [...] es liegt nun einmal keine Schönheit in gewöhnlicher Ausdrucksweise. Straßenslang bedient letztendlich nur Ignoranz und Dummheit - und das ist nun wirklich keine Tugend, sondern zielt ausschließlich auf den niedrigsten gemeinsamen Nenner der Gesellschaft, die ungebildeten Massen. Ich meine, ich habe nichts gegen die Massen, aber ich sehe nicht ein, daß wir all unsere Standards tiefer und tiefer legen sollen, nur um ihnen zu Gefallen zu sein. Wenn wir so weitermachen, werden wir spätestens im nächsten Millennium grunzen wie die Neandertaler anstatt das Potential menschlichen Geistes zu feiern."

 

Derlei vom institutionalisierten Konsens-Kanon etwas abweichlerisches Gedankengut hat ihn sicherlich nicht daran gehindert, zu einem der "Godfathers Of Neo Folk" aufzusteigen. Ohne nun auf jenes Genre (so es denn eines ist) näher eingehen zu wollen, darf man die Frage stellen, was Roland von dieser Auszeichnung hält:

"Ich bin stolz darauf, 'Godfather' von irgendwas zu sein und fühle mich geehrt, daß sich überhaupt jemand an mich erinnert. Aber meine Musik beinhaltet mehr Elemente als Folk, neo oder sonstwas, und auch Goth ist nur ein winziger Aspekt davon. Aber ich kann durchaus nachvollziehen, was diese einzelnen Gruppierungen in meiner Musik sehen."

 

Was ihm nicht zuletzt bei einem der letzten Wave-Gotik-Treffen in Leipzig begeisterte Zuhörer brachte.

 

At The Edge Of The World

 

Das ist die eine Seite von Paul Roland. Eine andere blitzt auf, wenn er keine Songs, sondern Sachbücher schreibt. Da bevorzugt er nämlich solche über Meditation, Engel und die Begegnungen mit Letzteren.

Geschäftstüchtiges Kalkül? Reine Berechnung?

Nein, meint er:

"Die Tatsache, daß ich ein tiefes Gespür für die spirituellen Dimensionen habe, hilft mir dabei, die dunkleren Welten auszukundschaften, ohne gleich wie der gute alte Poe völlig abzurutschen."

Und weiter:

"Ich kann mich noch gut erinnern, als ich [im Alter von 6 Jahren, Anm. d. Verf.] aus einem Traum erwachte, in dem ich meine Großmutter und meine Tante in Irland besucht hatte. Ich schwebte körperlos und in völliger Ruhe über ihnen in jenem Raum, in dem ich immer gespielt hatte, wenn ich sie in den Ferien besucht hatte. Ich versicherte mich, daß es ihnen gutging, flog zurück in meinen Körper und erwachte. Nur war es kein Traum. So wie ich es verstanden habe, wurde diese Erfahrung durch den unbewußten Wunsch geweckt, die beiden zu sehen - gekoppelt mit der latenten Fähigkeit, den eigenen Körper zu verlassen. Ich glaube, jeder hat diese Fähigkeit."

 

Doch war das erst der Anfang. Roland erlebte laut eigener Aussage im Laufe der folgenden Jahre noch mehrere "außerkörperliche Erfahrungen", die zu Beginn mit vielen Ängsten verbunden waren. Doch nachdem er sich einer Meditationsgruppe angeschlossen hatte, "um eine sichere Situation zu schaffen", experimentierte er mehr und mutiger in jenen Grenzbereichen, unternahm, wie er sagt, regelrechte Astralreisen (die ihn offensichtlich auch über Irland hinaus brachten) und entwickelte seine "eigene psychische Sensibilität" weiter, die in ihm die Erkenntnis reifen ließ, das alles sei "keine Frage des Glaubens, sondern der Tatsachen".

Und diese Stärke, die er aufgrund seiner Meditationsreisen gewonnen habe, ließe ihn auch in Abgründe eintauchen, wie er sie in Büchern wie "Crime Scenes" oder "The Nazis And The Occult" (mit dem verheißungsvollen Untertitel "The dark forces unleashed by the Third Reich") auslotet.

Nun mögen solche Aussagen - für Skeptiker - nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik entbehren.

Doch gleichgültig, ob man ihm das alles abkauft oder nicht: Seine Musik (und um die geht’s hier in erster Linie) ist nach wie vor die so ziemlich süßeste Versuchung, seit es Klang gewordene düstere Melancholie gibt.

Und jemand, der gerade - nebst anderem - an einem neuen Soundtrack zum Horrorklassiker "White Zombie" (1932) arbeitet, kann sowieso kein schlechter Mensch sein.

 

Wyndham Hill

 

Wahrscheinlich gibt es Herrschaften, die derlei als hoffnungslos reaktionär und hemmungslos rückwärtsgewandt einstufen. Nur haben sie das Wesentliche wieder einmal nicht begriffen: Anachronismus bedeutet nämlich auch immer einen konkreten Gegenentwurf zum uns umgebenden Brei der fundamentalistisch-einfallslosen Denkungs- und Lebensart.

Und lieber ein Abend mit Paul Roland in einer spätviktorianischen Opiumhöhle oder auf dem fiktiven Wyndham Hill als einer mit Dieter Bohlen oder Bushido im Reality TV.

 

And we sailed into the wide yielding blue,

while far below receding from view
Wyndham Hill and all that we knew ...

(Aus: "Wyndham Hill")

 

Geht doch.

Rokko’s Adventures

Kommentare_

Kommentar verfassen
martin compart - 08.01.2011 : 10.45
Errötend stelle ich fest, dass ich noch nie von Roland gehört hatte. Diese Bildungslücke muss schleunigst geschlossen werden. Danke, Thomas.
Thomas Froehlich - 10.01.2011 : 13.45
Lieber Martin Compart!
Gern geschehen. Kommt von Herzen.
Alles Liebe,
Thomas

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