Stories_Rokko’s Adventures im EVOLVER #37

Menschliche Kanonenkugeln, Teil 2

Sie steigen in enge Rohre und lassen sich mit Preßluft hinausschießen. Was treibt Leute dazu, auf diese Art Distanzen von sechzig Metern zurückzulegen? Im zweiten Teil dieses Artikels geht es um die historische Entwicklung der 'Human Cannonballs' - und um Robin Valencias Zukunftspläne.    17.11.2011

Rokko's Adventures ist - so steht es im Impressum - eine "unabhängige, überparteiliche sowie übermenschliche Publikation" und "setzt sich mit Leben, Kunst, Musik und Literatur auseinander". Der EVOLVER präsentiert (mit freundlicher Genehmigung) in regelmäßigen Abständen ausgewählte Beiträge.

 

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[ Zum ersten Teil >> ]

 

Kaldy-Karo gibt mir einen Programmzettel vom Dezember 1927 vom Circus Beketow, der zu Gast im Renz-Gebäude in Wien war. Hugo Zacchini wird darauf folgendermaßen tituliert: "!Der Mensch als Granate! Der 'Todesverächter' unter den kühnsten Artisten! Ein lebender Mensch wird aus einer Riesen-Haubitze ('Dicke Berta') über die ganze Distanz des Zirkus-Gebäudes geschossen."

Laut dem ominösen Historiker A.H. Coxe, zu dem sich nicht viel mehr als diese eine Behauptung finden läßt, sind von 50 menschlichen Kanonekugeln 30 bei ihrer Arbeit gestorben. Hauptsächlich deswegen, weil sie ihr rettendes Ziel verfehlt haben und auf dem harten Boden der Realität und Knochenbrüche gelandet sind. Außerdem ist der Druck beim Abschuß so hoch, daß das Blut im Körper momentan vom Hirn Richtung Fußsohlen schreckt, wodurch man - zumindest als ungeübter Erdenbürger - das Bewußtsein verlieren kann.

Bei David Smith Jr. wurde gemessen, daß sein Körper mit der zehnfachen Gravitationskraft abgeschossen wurde und in einer halben Sekunde von null auf 80 km/h beschleunigte. Die wenigen nun folgenden Flugsekunden müssen als Erholungsphase reichen, denn eine ohnmächtige, ungelenkte Landung kann leicht mit Genickbruch enden.

Eine andere mögliche Todesart ist die des Verkeilens im Kanonenrohr beim Abschuß. Der gerade einmal 30-jährige Henry Ackenhausen mußte dafür im September 1929 in Hannover mit dem Leben bezahlen.

Tragisch ereignete sich auch Osorio Garzas letzter Auftritt: Die erst 16-jährige Kanonenkugel wurde durch eine heftige Explosion im unteren Teil der Kanone zerrissen, dutzende Zuschauer schwer verletzt. Der Zirkusdirektor, sein Vater, bekam daraufhin einen Nervenzusammenbruch. Die Ursache für diesen tragischen Unfall dürfte ein Kurzschluß im Abschußmechanismus gewesen sein.

Ein Artikel aus den 1970ern meinte: "Die Ausbildung zum perfekten Luftakrobaten kostet Geduld, unendlich lange Zeit zum Üben, und sie erfordert Nerven und Kaltblütigkeit." Auch bis heute wurden die Risiken nicht vollständig getilgt, immer wieder gibt es trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen Unfälle: Erst 2002 schoß der Akrobat Ernest Zamperla in Florida weit über sein Ziel, also ein Luftkissen, hinaus und verletzte sich schwer, wenn auch nicht lebensgefährlich. Stephanie Havens, Tochter von David "Cannonball" Smith Sr. und eine wohlerprobte Schießkugel, zog sich bei einer unglücklichen Landung einen vierfachen Wirbelbruch und schwere innere Blutungen zu. Als sie wegen der Verletzungen kurz pausierte, stand sie hinter der Kanone und regelte den Abschuß. Darin: ihre Schwester Jennifer "Cannonlady" Schneider.

 

Robin Valencia behält Contenance und arbeitet furchtlos weiter - oft mit der kleinsten Landefläche in der Geschichte der menschlichen Kanonenkugel, einem gerade mal drei Quadratmeter großem Luftkissen:

"Ich versuche nicht auf den fatalen Optionen herumzureiten. Das einzige, was ich mache, ist, alle vernünftigen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Ich bin mir des Todes sehr bewußt, auch im alltäglichen Leben, und das übertrage ich auf meine Profession. Ich versuche jeden Tag zu schätzen. Während des Fluges werde ich nicht bewußtlos, aber das ist der herausforderndste Aspekt der ganzen Sache: meine Sinne nach der Initialwirkung wieder zu erlangen. Diese Fähigkeit, schnell wieder zu Kräften zu kommen, ist der Schlüssel zu einem wunderschönen Flug."

Ihr Cousin David Smith Jr. erzählt von der anderen Seite der Medaille: "Meine schlimmste Erfahrung als Kanonenkugel war wohl die, als ich durch mein Landenetz preschte und am Boden darunter aufwachte. Ich war ohnmächtig und hatte schwere Prellungen am ganzen Körper und gebrochene Rippen. Ich bin zwar noch nie im Flug ohnmächtig geworden, hatte aber durch die enorme Macht des Abschusses schon einige Beschwerden mit Genick, Knie und Wirbelsäule."

Ob Valencia während eines "wunderschönen Fluges" relaxen kann? "Alles, nur das nicht! Ich muß auf die zweite Wucht, den Aufprall, gefaßt sein. Alles, wofür ich Zeit habe, ist, mich nach meinem Landeplatz umzusehen. Die Form meines Fluges gestalte ich instinktiv." In der Luft muß man sich konzentrieren, den Körper anspannen und sich im richtigen Moment drehen, um auf dem Rücken zu landen. Zu einem gelungenen Abschuß gehört auch ein widerstandsloser Startschuß aus dem Kanonenrohr. Valencia hat verschiedene Kostüme, die allesamt haftabweisend sind. "Das ist das wichtigste, damit ich schön durch das Rohr gleiten kann. Was Enges um meine Eingeweide ist recht nützlich. Außerdem versuche ich, das Feminine dabei nicht zu vernachlässigen ... "

Das Feminine ist ganz generell in der Zirkuswelt nicht zu unterschätzen, wie Kaldy-Karo anmerkt: "In der Biederemeier-Zeit waren Zirkusfrauen auch Sexsymbole: Man hat die Waden gesehen, vielleicht auch die Knie, was damals schon sehr erotisch war. Die Trikots, die die Frauen 1870, 1880 angehabt haben, waren irrsinnig erotisch. Diese Komponente darf man nicht vergessen: Sex sells. Das war damals so wie heute. Und bei einer menschlichen Kanonenkugel hat ein muskulöser Mann weitaus nicht so gut ausgeschaut wie ein Dame in einem formgebenden Trikot."

 

Das mag einer der Gründe für den hohen Prozentsatz an weiblichen Kanonenkugeln im Busineß sein. Miss Atomia, mit bürgerlichem Namen Jarina Seflova, ließ sich mit ihrem Partner Leon Dinnat in den 1950ern im Circus Althoff Bouglione täglich zu zweit aus der Kanone in ein Netz schießen: "Mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h verlassen sie die Mündung, wozu Preßluft von 10 atü notwendig ist", schrieb die Münchner Illustrierte am 6.9. 1952 etwas dick aufgetragen, aber sei’s drum ...

Mary Connors war eine andere weibliche Schießkugel, die ihre Flüge oft leicht bekleidet in Slip und BH vollzog, der ihr während des Fluges das eine oder andere Mal aufging. 1974 versuchte die 21-jährige, den geltenden Flugrekord zu brechen, über den Fluß Avon zu fliegen und in einem Netz zu landen. Sie konnte jedoch bloß eine kurze Strecke überlands zurücklegen und landete vorzeitig im Wasser. Zwei Männer sprangen in den Fluß, um sie herauszuholen, doch im Endeffekt mußten alle drei von einem Boot gerettet werden.

Rita Thunderbird, in den 1970ern aktiv, vollführte ihre Shows in einem goldenen Bikini. Zweimal blieb sie allerdings in der Kanone stecken, 1977 wurde angeblich aber zumindest ihr Oberteil rausgeschossen und landete in der Themse ...

Kaldy-Karo hakt ein: "Man darf auch Größe und Gewicht nicht vergessen: Ein Mann mit 70 Kilo hat viel weniger Möglichkeiten zum Fliegen als eine Frau mit 55 Kilo. Man hat früher auch sehr viele Liliputaner als menschliche Kanonenkugeln genommen. Warum? Weil sie einfach kleiner und kompakter waren. Wobei man sagen muß: Das hat auch der Raketentechniker Wernher von Braun entdeckt und bei den Raketenversuchen der Nazis in eine Brutalität gewandelt: Er hat für seine V2-Versuche in Peenemünde Kleinwüchsige verwendet, die dabei teilweise jämmerlich umgekommen sind. Die waren eigentlich unbemannt, man hat damals aber Lenksysteme gesucht. Die Raketen waren nicht besonders groß und man mußte zudem Gewicht sparen - deswegen hat man Liliputaner reingesetzt."

2006 wurde die "menschliche Kanonenkugel" dann übrigens auch vom US-Militär in Beschlag genommen und der "Controllable Launcher" patentiert. Dieses Gerät soll - ähnlich, wie es auch schon K.I.T.T. vermochte - Personen mit einem Schleudersitz auf bis zu fünfstöckige Gebäude schießen. Ein Soldat, der mit seiner Montur 115 kg wiegt, kann mit dieser vier Meter hohen Rampe innerhalb von zwei Sekunden 15 Meter in die Luft geschossen werden. Damit der Aufprall möglichst komfortabel wird, muß die Abschußgeschwindigkeit von Schuß zu Schuß neu berechnet werden. Diese Umwertungen sind tatsächlich sehr interessant.

 

Um in Form zu bleiben, praktiziert Robin Valencia Tai Chi und Yoga. "Außerdem versuche ich mich so viel wie möglich draußen zu bewegen. Fitneßstudios sind mir zu steril und langweilig." Im Berufsleben muß sie die typischen Schwankungen eines Freelancers in Kauf nehmen:

"Kanonenarbeit wird manchmal wirklich gut bezahlt, manchmal weniger, das geht so phasenweise dahin - aber es geht sich für mich aus." Dabei wechselte sie schon vom Minizirkus zur Weltbühne und zurück: "Ich bin schon in der voll gestopften Kölnarena aufgetreten, in Monte Carlo vor der königlichen Familie, in Paris vor einem Millionenfernsehpublikum in einer abgesperrten Straße mitten im Zentrum über zwei aneinander geparkte 'Hummer'-Trucks, in Berlin bei einer Charity-Show über fünf Sattelschlepper. Aber ich habe auch schon in Kanada in einer kleinen Stadt namens Flin Flon vor einer kleinen Gruppe Zaungäste performt. Alles dabei."

Der Preis für einen Kanonenschuß hängt davon ab, ob Valencia sowieso auf Tour ist, wie groß das Spektakel sein soll und wie viele Zuschauer dabei erwartet werden. Genauso verläuft auch die Preisabsprache bei David Smith Jr., der auf die Frage, ob er davon leben kann, als menschliche Kanone aufzutreten, lachend antwortet: "Ich lebe noch immer!"

Man könnte sich auf jeden Fall mit konkreten Anfragen an die Artisten wenden, so Valencia. "Was ich bisher abgelehnt habe waren Orte, die mir unsicher erschienen." Bis zu dreimal an einem Tag wurde sie abgefeuert, doch idealerweise beschränkt sich ihr Pensum auf einen Schuß in 24 Stunden. Darin läßt sich die für sie nötige Motivation sammeln: "Meine besten Erfahrungen sind die, wo ich ganz einfache menschliche Verbindungen spüre, daß die Zuschauer bei mir sind oder auch nur einer davon im Geiste versteht, was ich mache."

 

Über die Jahrzehnte stieg die Popularität der menschlichen Kanonenkugeln weiter an, und neue massenmediale Phänomene machten auch vor diesem historisch langsam gewachsenen Phänomen nicht halt: 2005 ließ sich David Smith Sr. in der Aktion "One Flew Over the Void" über die Grenze zwischen den USA und Mexiko schießen - eine Geste der Völkerverständigung sollte das sein, die Idee dazu kam vom venezolanischen Künstler Javiers Tellez.

Auf der mexikanischen Seite kroch Smith unter dem Applaus von etwa 600 Zuschauern und Grenzbeamten, die für ihn ein Auge zudrückten, in sein Kanonenrohr. Nach einer Fluglänge von 45 Metern landete er in einem Netz auf der anderen Seite - unbeschadet. Tellez organisierte diese Aktion gemeinsam mit Patienten des "Baja California Mental Health Centre" in Mexicali als ein therapeutisches Projekt. Damit wollte er zwei Grenzen überschreiten: jene zwischen den USA und Mexiko sowie die zwischen den Menschen in psychiatrischer Behandlung und den frei herumlaufenden.

Sr., Jr. und Jennifer vom Smith-Clan waren außerdem bereits zu Gast in Jay Lenos "Tonight Show"; David Smith Jr. wurde von MTVs Programmreihe "Senseless Acts of Video" eingeladen, sich über einen Teil des Grand Canyons schießen zu lassen. Solche Anfragen kennen im Hause Smith nur eine Antwort, und so folgte nach Wochen der Vorbereitung, Landschaftsuntersuchung mit Helikopter, Bergsteigern, Indigenen und Showproduzenten ein spektakulärer Schuß ins Netz. Immens starker Wind und enorme Kälte waren die größte Herausforderung, doch am Schluß klappte das waghalsige Unternehmen.

 

Auch in die Popkultur hat dieses Phänomen spätestens mit Mickey Mouse Einzug gehalten und mittlerweile bereits die Spitze - namentlich die Simpsons - erreicht: Man erinnere sich an Tingeltangel-Bob oder werfe einen Blick nach unten zu Frank "Cannonball" Richards; am 17. Mai 2008 wurde in den Universal Studios in Hollywood die Volksfestattraktion "Simpsons Ride" eröffnet - und zur Feier des Tages eine menschliche Kanonenkugel abgefeuert.

Smith Jr. kommt in Tim Burtons Film "Big Fish" vor, wie er als Double des Schauspielers Ewan McGregor über ein Zirkuszelt fliegt; und beim Computerspiel "Monkey Island" streiten sich im "Fantastic Flying Fettucini Brothers Circus" die beiden Brüder Alfredo und Bill Fettucini, wer ins Kanonenrohr steigt, um das Ding zu testen: Der eine Artist redet sich auf eine Verletzung aus, die er sich beim Besänftigen der Löwen zugezogen hat, der andere spricht von einer Allergie gegen Schießpulver. Na, haben wir den Regiefehler entdeckt? Egal: Schließlich reden sie Guybrush Threepwood, dem Helden von "Monkey Island" ein, die Kanone mal auszuprobieren und versichern ihm, das sei ein gefahrenloses Kinderspiel. Ein Kochtopf dient ihm als Helm - und dann knallt er gegen einen Holzpfosten.

Für andere Feiglinge, die sich hinter dem Computerbildschirm verstecken, gibt es "human cannonballs" in Form und Größe eines Föhns zu kaufen, die man mit einem USB-Kabel an den Rechner steckt und dann mit Luftdruck Spielzeugfigürchen rausschießen kann. Aber soweit sollte man es dann doch nicht kommen lassen; ein bißchen Selbstachtung, bitte.

 

Robin Valencia kann sich sehr gut vorstellen, der Unterhaltungsindustrie noch länger als Kanonenkugel zu dienen, genau wie ihr Onkel. Sie ist zuversichtlich, was das Interesse der Leute betrifft: "Die Menschen werden immer an Personen interessiert sein, die ohne Fäden durch die Luft fliegen."

Andere hingegen verabschieden sich frühzeitig aus dem Geschäft: Todd Christian z.B. verlor seinen Job als menschliche Kanonenkugel im britischen Zirkus Cottle&Austen, als ihn sein Arbeitgeber in ein Trainingslager nach Brasilien schicken wollte. Er weigerte sich; seine - ernstgemeinte - Begründung: Flugangst.

Wenn Valencia nicht gerade fliegt oder trainiert, dann schreibt sie gerne: "Bisher waren das Gedichte, Essays, verschiedene Artikel und ein Drehbuch." Und in diese Richtung soll es auch gehen, wenn sie eines Tages endgültig das Kanonenrohr verläßt:

"Ich bin glücklich mit dem, was ich mache, aber wer weiß, was noch alles möglich wäre. Ich wäre froh darüber, wenn ich durch meine Kanonenschüsse auf wichtige Sachverhalte aufmerksam machen und etwas bewirken könnte, wie zum Beispiel etwas gegen die extreme Armut in dieser Welt zu unternehmen. Ich wäre glücklich, wenn ich das bis ins hohe Alter machen könnte - und dann fange ich mit meinen Memoiren an."

 

Frank "Cannonball" Richards

 

Auch wenn er sich nicht aus Kanonenrohren schießen ließ, sollte Frank "Cannonball" Richards in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Erinnert sich jemand an die Simpsons-Folge, in der Homer sich Kanonenkugeln in den Bauch schießen läßt? Nun, Frank "Cannonball" Richards diente als reale Vorlage und hat sich diesbezüglich ab Anfang der 1930er tatsächlich nichts geschenkt.

Bis zu zweimal am Tag ließ er sich vom Eisenball, ungefähr so groß wie eine Wassermelone, bombardieren. Hinter ihm ein Netz, das ihn auffing, ansonsten: nackter Oberkörper und eine dezente Schutzbrille. Doch nicht nur von solchen Geschoßen ließ er seine Wampe malträtieren, dies war sozusagen das Glanzstück seiner Karriere.

Dahin führte ihn jahrelanges Training, wofür anfangs Laien, später auch Profiboxer Jack Dempsey ihre Fäuste mit voller Wucht in die Speckschwarten tauchen durften. Oder, noch eine Nummer drüber, er ließ sich von Vorschlaghammer-Schlägen den Bauch massieren, Sessel auf ihm zerschlagen, eine Truppe ausgewachsener Männer stieß einen Rammbock in seinen Magen, ein andermal ließ er eine Unzahl von Menschen, fein einer nach dem anderen, im Känguruhstil auf und über seinen Leib hüpfen.

Robert Kaldy-Karo: "Es gab auch Jongleure, die mit Kanonenkugeln und Pseudogranaten jongliert haben, was auch ein bißchen dazugehört, weil diese Leute das Auffangen einer Kanonenkugel vorgeführt haben. Solche Sachen hat es schon früher gegeben - und daraus hat sich die menschliche Kanonenkugel entwickelt."

Wie sehr der Körper von Frank "Cannonball" Richards von seinen Aktionen in Mitleidenschaft gezogen worden ist, konnte ich leider nicht herausfinden. Zu sehen ist der starke Mann u. a. im Film "Crashing the Movies" (Pete Smith, 1950).

 

The Last Human Cannonball

 

I saw it, I was there. I feel obliged to tell you this because however often you have the act described, nothing prepares you for what happens. First they dragged in a thing the size of a naval cannon, and a man climbed into the muzzle, which was then cranked up to an angle of sixty degrees. It was the bleakest night of the year, rain drinnling into the mud of Wanstead Flats, and in Gerry Cottle’s Big Top a poor first house of about ninety people, most of them light-headed at being out at all, sat huddled together. At just after six o’clock there was a huge bang and they saw a man shot from a cannon. Forty feet above our heads a frail assembly of blood and bone hurtled through the air. He did not land, he fell ninety feet away like Icarus, and the whole thing was over in about a second. Remember, in a second. ( ... ) There was no trickery of any kind, it was just honest and terrifying. An amiable lunatic fell out of the safely net, checked he could still walk, and grinned at us.

(Byron Rogers in seinem Buch "On the Trail of the Last Human Cannonball” - Aurum Press London, 2004 - über Osci Tabak.)

Rokko’s Adventures

aus: Rokko’s Adventures No. 7

(erschienen im Juni 2010)


Text und Interview: Rokko

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