Platten_Unerhörtes/Vol. 3: Hard & Rock

Rocking Österreich

Neue Schmuckstücke aus labellosen Gefilden: Wieviel Geld Plattenfirmen entgeht, weil sie Sole, Toxic Insanity und Vivian nicht gesignt haben, können Sie hier nachrechnen.    01.08.2004

 

ECORDER-Team

Sole - soleMANIA

ØØØ 1/2


Eigenvertrieb

(Ö/2004)

 

Wie oft bekommt man einen Song zu hören, der sofort für Gänsehaut-Feeling sorgt? Selten, sogar bei Bands mit Plattenvertrag. Doch ausgerechnet die Österreicher Sole haben solche Songs auf Lager. Einer davon heißt "Picture" und ist gekonnt als Opener auf ihrem Demo "soleMANIA" platziert. Die Nummer klingt, als hätte HIM seine wahre Bestimmung gefunden und könne nun mit geschlossenen Augen auf dem schmalen Grat zwischen Gothic und Pop wandern.

Sole machen außerdem Musik, für die The Rasmus Pate gestanden haben könnten, die sich aber auch an Bryan Adams in seinen guten Tagen orientiert. Auch wenn andere Kritiker Alphaville und Erasure heraushören wollen, klingt das niederösterreichische Quartett erstaunlich eigenständig. Die Herrschaften schaffen es, gleichzeitig die Alternative-/Indie-Szene anzusprechen und Charts-tauglich zu sein, mit Liedern, die schnörkellos in die Gehörgänge gleiten und dort ihre wunderbaren Melodien ausbreiten - Songs über die Liebe und das Leben. Gleichzeitig zeigen sie auf dem Demo ihre vielen Gesichter. Bei "From Dusk Till Dawn" ist es eher ein düster-rockendes, dann wird es mit "Nexus" freundlicher, und auf "No Pic" zeigen sich die vier verspielt, wenn sie den genial vertrackten Refrain anstimmen.

Die wunderbare musikalische Einladung "Closer" gegen Ende des Demos sollte eigentlich jeder wahrnehmen, der gut gemachtem Rock mit einer gesunden Portion Pop nicht abgeneigt ist.

(MK)

 

Links:

Toxic Insanity - Seinwerfer

ØØ 1/2


Eigenvertrieb

(Ö/2004)

 

Einen Soundtrack zum Hüpfen bieten die Österreicher Toxic Insanity mit ihrem Rock-Crossover-Metalcore. Die Lieder wurden großteils auf deutsch getextet, nur manche Refrains sind in englischer Sprache. Stilistisch bewegen sie sich irgendwo zwischen Rage Against The Machine, Papa Roach, Such A Surge und den punkigen Megavier. Ganz ordentlich produziert, kommen die vier Songs auf diesem Demo solide, aber auch nicht unerträglich aufregend rüber.

Für Freunde der leichteren "Hüpfkost" sicher einmal ein Ohr oder Auge wert.

(AH)

 

Links:

Vivian - DEMOn´s Eyes

ØØØ


Eigenvertrieb

(Ö/2003)

 

Der Beginn des Openers "Picking Up the Pieces" klingt fast wie "Eye of the Tiger". Herrlich, wenn eine Band wie Vivian im Jahre 2004 noch mit soviel Inbrunst und Spielfreude Hardrock macht! Track zwei, "Gates of Babylon", platzt bei 0:53 mit einem wunderbaren, druckvollen Riff heraus und hält die mehr als sechs Minuten des Songs seinen vielfältigen und interessanten Eindruck durch. Aus Mr. Osbournes Feder könnte "Mother Earth" stammen - und mit viel Pathos bei "Save Your Tears" endet das Demo.

So sicher, wie Tom Tieber im Leben und auf der Bühne steht, ist seine Stimme leider nicht immer - fairerweise sei jedoch angemerkt, daß gerade die alte Hardrock-Schule den Stimmbändern Enormes abverlangt. Wer wie Vivian dann auch noch weitgehend auf die Fülle digitaler Stimmeffekte verzichtet - Stimme pur, sozusagen -, dem muß man mindestens durch diese drei Extrazeilen Respekt zollen!

Hardrock in Reinkultur, das bedeutet natürlich auch Gitarrensoli. Gründungsmitglied Ritchie Cathrell gibt sich hier keine Blöße: Einfallsreich und virtuos nützt er seine Chance, im Mittelpunkt zu stehen.

Österreich kann sich glücklich schätzen, eine Band zu haben, die die Grundfesten des Hardrocks verstärkt. Auch wenn sie gerade wieder einen Keyboarder suchen, (von) Vivian sollten wir noch hören!!

(DM)

 

Links:

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