Kino_Down

Ganz tief unten

Beim ersten Mal war das mit dem mörderischen Aufzug noch eine ganz witzige Idee. Das Remake drückt allerdings den untersten Knopf und landet in der Tiefgarage.    19.09.2002

Manchmal geht das, was schiefgehen sollte, tatsächlich schief. Darüber darf man sich dann (vor allem als Filmfreund) freuen - außer man hat das Pech, das betreffende Machwerk im Kino sehen zu müssen. Womit wir bei einem Streifen namens "Down" wären, von dem wir Ihnen kühlstens abraten wollen. "Down" ist nämlich ein Remake (= fast immer schlecht), noch dazu eines von der Sorte, wo ein Regisseur exakt denselben Stoff ein zweites Mal verbrät (= immer schlecht).
Der Schuldige heißt Dick Maas und drehte in seiner holländischen Heimat 1983 einen trashigen kleinen Film namens "De Lift" (dt.: "Fahrstuhl des Grauens"). In diesem ebenso netten wie absurden Stück Technikphobie wandte sich ein Aufzug gegen seine Benützer, die er auf allerlei phantasievolle Arten zu Tode brachte. Da Maas danach mit der wahrlich grauenhaften Filmreihe über die "Flodders" weltweiten Erfolg hatte, durfte er bald in Hollywood arbeiten. Dort hatten die üblichen Verdächtigen die hirnrissige Idee, ihm ein paar Millionen Dollar für eine Neuverfilmung der Liftgeschichte zuzustecken. Doch Geld allein ist bekanntlich nicht alles - vor allem, wenn man mit einem Hauptdarsteller wie James Marshall (einem der hübschen Buben aus "Twin Peaks", leider total untalentiert) gesegnet ist und einen blutigen Horrorfilm halbwegs familienkompatibel machen soll. Das Resultat ist Müll; da hilft es auch nichts, daß beliebte B-Film-Visagen wie Michael Ironside, Dan Hedaya und Ron Perlman darin vorkommen.

Peter Hiess

Down

Ø


USA 2001

111 Min.
dt. Fassung und engl. OF
Regie: Dick Maas
Darsteller: James Marshall, Naomi Watts, Michael Ironside u. a.

Links:

Kommentare_

Kommentar verfassen

Kolumnen
Depeschen an die Provinz/Episode 42

Du darfst ...

Gute Nachricht für alle Desorientierten und von Relikten der Vergangenheit Geplagten: Unser beliebter Motivationstrainer Peter Hiess zeigt Euch einen Ausweg. Und die erste Beratungseinheit ist noch dazu gratis!  

Kolumnen
Depeschen an die Provinz/Episode 41

Gleisträume

Will man sich in den Vororten verorten, dann braucht man auch die praktische Verkehrsverbindung. Der EVOLVER-Stadtkolumnist begrüßt den Herbst mit einer Fahrt ins Grüne - und stimmt dabei ein Lob der Vorortelinie an.  

Kolumnen
Depeschen an die Provinz/Episode 40

Weana Madln 2.0

Treffen der Giganten: Der "Depeschen"-Kolumnist diskutiert mit dem legendären Dr. Trash die Wiener Weiblichkeit von heute. Und zwar bei einem Doppelliter Gin-Tonic ... weil man sowas nüchtern nicht aushält.  

Kolumnen
Depeschen an die Provinz/Episode 39

Der Tag der Unruhe

Unser Kolumnist läßt sich von Fernando Pessoa inspirieren und stellt bei seinen Großstadtspaziergängen Beobachtungen an, die von ganz weit draußen kommen. Dort wirkt nämlich selbst das Weihnachtsfest noch richtig friedlich.  

Kolumnen
Depeschen an die Provinz/Episode 38

Schneller! Schneller!

Wie man hört, trainieren US-Soldaten in Manövern für die Zombie-Apokalypse. In Wien scheint sie bereits ausgebrochen. Der EVOLVER-Experte für urbane Beobachtungen weiß auch, warum.  

Print
Klaus Ferentschik - Kalininberg & Königsgrad: Große Miniaturen

Keine Kleinigkeiten

Ein für seine Bücher über 'Pataphysik, die steirische Weltmaschine und die Welt der Kabel bekannter Autor ergeht sich mit seinen großen kleinen Geschichten über eine ehemals deutsche und heute russische Stadt nicht in larmoyanter Vergangenheitsbewältigung, sondern verpackt Kaliningrad in ein literarisches Meisterstück.