Kino_Film-Tip Spezial: Retrospektive

Nervenkitzel Politik

Von 9. Jänner bis 6. Februar dreht sich im Wiener Filmmuseum alles um "Thriller-Politik: Italien, Frankreich und die siebziger Jahre". Schauen Sie sich das an, verehrte Damen und Herren!    16.01.2014

Die Umstände für die Entstehung des italienischen und französischen Polit-Thrillers liegen genauso in den instabilen politischen Verhältnissen der Zeit wie der Voraussetzung einer gut entwickelten Genrekultur und einer erhöhten Sensibilität für die Symbiose aus Staat, Industrie und organisiertem Verbrechen, wie sie bereits zu Beginn des Genres in den Hardboiled-Romanen "Red Harvest" und "The Glass Key" von Dashiell Hammett beschrieben wurde.

Nahezu alle der in der Reihe vertretenen Regisseure haben mit Kriminalfilmen begonnen, daher waren sie mit den Regeln des Genres vertraut. Erfreulich ist, daß es neben den anerkannten Arbeiten von Francesco Rosi und Elio Petri auch die ungleich wüsteren von Damiano Damiani und Florestano Vancini zu sehen gibt, neben den Klassikern von Costa Gavras die weniger bekannten Filme von Yves Boisset, sowie Einzelwerke von Robert Enrico und dem umstrittenen Stilisten Henri Verneuil.

Die Auswahl ist repräsentativ, allenfalls fehlen zwei definitive Filme über Terrorismus, "Nada" von Claude Chabrol und "Kleinhoff Hotel" von Carlo Lizzani, und das Zeitdokument "Knallt das Monstrum auf die Titelseite" von Marco Bellocchio.

Reinhard Jud

Thriller-Politik Italien, Frankreich, die Siebzigerjahre

(Fotos: Österreichisches Filmmuseum)

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Wann? 9. Jänner bis 6. Februar 2014
Wo? Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, A-1010 Wien

Links:

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Pasolini und das ital. Kino der 60er Jahre im EVOLVER-Archiv


Nach amerikanischen Beziehungsschwierigkeiten dreht sich im Filmmuseum bis Anfang Februar alles um Bella Italia. Reinhard Jud begibt sich auf einen Streifzug durch die Filmlandschaft nach dem Neorealismo, rund um die Cinecittà und darüber hinaus - von "8 1/2" zum "Nachtportier".

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Kommentare_

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Paul Poet - 21.01.2014 : 11.33
Sehr gut auch die Fehlstellen erfasst, Reinhard. Auch eine böse Auslassung: Pasquale Squitieris wunderbarer PREFETTO DI FERRO / Ein Mann aus Stahl und Eisen. Aber man kann wohl nicht alles haben bei dieser sonst großartigsten Retro...:)

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