Piero Pelù - L´uomo della strada
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Musicrama/Warner Music Italia (I 2002)
Wer weder Touristenschmalz noch banale Disco-Schlager oder Fließband-Lounge aus dem europäischen Süden braucht, könnte sich über diese Alternative-Rock-Entdeckung freuen. 12.12.2003
Vor dem Jahr der EU-Osterweiterung steht die musikalische Süderweiterung an. Italienische Bands werden mehr und mehr beachtet; vorbei scheinen die Zeiten, als Belcanto, Euro-Disco-Verbrecher und Eros R. für Mitteleuropäer das einzige tönende Kulturgut des Landes waren. Piero Pelù, ein Veteran des Alternative vom Apennin, bereichert die anspruchsvolle Musiksammlung mit seinem Album "L´uomo della strada".
Lange vor den Heroes del Silencio gab es im romanischen Raum eine höchst akzeptable Indie-Rockband - Litfiba aus Florenz. In Italien, Spanien, Frankreich und in der Schweiz war die Band um ihren damaligen Sänger Piero Pelù so beliebt, daß sie bei Konzerten regelmäßig Stadien füllte. 1999 trennten sich die Wege der Gruppe und ihres Sängers, Pelù wurde Solokünstler. Und vor einem Jahr erschien das zweite Album unter seinem Namen.
Nun ist die Platte auch im deutschsprachigen Raum zu einem vernünftigen Preis (etwa 20 Euro) zu bekommen. Hinter dem (ab sofort abgekürzten, wir sind ja keine Sprachwissenschaftler) Titel "U.D.S" stecken zwölf zeitlose Rocksongs - solche, die also ganz und gar nicht unmodern klingen. Das muß man bei einem Künstler, der das 40. Lebensjahr hinter sich hat und seit mehr als 20 Jahren in den Walkmans der verlausten Interrailer-Community rotiert, schon extra hervorheben. Pelù ist ein "global player" des poppigen Rock, eine Mischung aus Manu Chao und Campino, doch immer und in erster Linie sich selbst treu.
Von tanzbaren Crossover-Songs ("Stesso futuro", "L´uomo della strada") über World Music-Annäherung ("The Girl From Ipanema") bis zu lupenreinem Pop ("L´amore immaginato") bietet Piero alles, was er in diesen Tagen mit seiner tiefen Stimme realisieren kann. Die Produktion kann zwar nicht an englischen oder amerikanischen Standards gemessen werden, dafür bieten das Songwriting und die instrumentale Umsetzung eine Menge Abwechslung. Wer unpeinliches Italien zu sich nach Hause holen möchte, dem sei "U.D.S." daher wärmstens ans Herz gelegt.

Piero Pelù - L´uomo della strada
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Musicrama/Warner Music Italia (I 2002)
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