Print_Lukas Beck/Peter Hiess - Kurt Ostbahn

Ois hot sei End

An der Ostbahn wird nicht mehr gerockt. Wer sich nur schwer vom Kurtl-Sound trennen kann, führt sich den offiziellen Favorit´n´Blues-Nachruf zu Gemüte.
   17.03.2004

Der Volksmund - und gerade dem hat sich der Herr Ostbahn ja stets verbunden gefühlt - weiß zu berichten, daß nur die Wurst zwei Enden hat. Alles andere jedoch eines, und somit auch die Karriere der schillerndsten Rock´n´Roll-Legenden. Und weil, wie gesagt, der Kurt Ostbahn dem Volk immer gern aus der Seele gesprochen hat, läßt er es auch bei diesem einen besagten Ende bewenden, ohne die der Wurst innewohnenden Möglichkeiten zu strapazieren: keine unnötigen, immer wiederkehrenden allerletzten Konzerte und Touren, Interviews und Sondersendungen im TV sollen den Ostbahn-Mythos zur platten Phrasendrescherei verkommen lassen. Vorbei ist eben vorbei, und somit gilt es, einen konsequenten, wenn auch stilvollen Schlußstrich zu ziehen oder halt ziehen zu lassen.

Letztere Variante wurde im Rahmen der Arbeiten zum rockigsten Coffeetable-Book der jüngeren österreichischen Bildbandgeschichte auch gewählt: Promi-Photograph Lukas Beck und der Journalist/Ostbahn-Spezi Peter Hiess zeichneten in akribischer Detailarbeit die Schlußphase des Favorit´n´Blues, die durch den tragischen Tod des Ostbahn-Erfinders Günther "Trainer" Brödl eingeleitet wurde, sensibel nach. Becks Bilder führen den staunenden Leser respektive Betrachter ins Kurtiversum ein, und der identitätstiftende Mikrokosmos gewinnt mit jedem Interview und jeder Anekdote an Kontur. Peter Hiess sammelte und verfaßte die zahlreichen Textbeiträge, die das Leben des Kurt Ostbahn nicht nur als Musiker, sondern auch als Filmschauspieler, Krimiheld und Radiomoderater spiegeln.

Für den Leser bleibt am Ende der ansprechenden Dokumentation eigentlich nur eine Frage offen: Ostbahn hat aufgehört, DJ Ötzi macht weiter - warum?

Peter Hiess

Lukas Beck/Peter Hiess - Kurt Ostbahn

ØØØØØ

Seid´s vuasichtig und losst´s eich nix gfoin


NP-Buchverlag (St. Pölten 2004)

 

Photo © Lukas Beck

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