Michael Marshall - The Straw Men
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Jove Books (GB 2002)
Photo © Jerry Bauer, 2004
Erst eine SF-Entdeckung, jetzt ein von Stephen King hochgelobter Thriller-Autor: Der Engländer führt seine Leser in ein Noir-Universum, wie es finsterer kaum geht. 20.09.2004
Unter seinem richtigen Namen Michael Marshall Smith wurde der englische Autor vor allem in Science-Fiction-Land bekannt, obwohl seine vercybert-absurden Romane stets mehr als einen Hauch von Noir hatten und ihre Detektivgeschichten halt nur in der Zukunft ansiedelten. Mit "The Straw Men" und verkürztem Namen (um die Schubladendenker in der Verlags- und Buchhandelsbranche nicht zu verschrecken) gelingt ihm nun ein fulminanter Einstieg ins Hardboiled-Genre.
Über mehrere Haupt- und Neben-Plots, drei vom Leben gebeutelte Protagonisten (eine einsame, eiskalte FBI-Agentin; einen Expolizisten, der auf Serienkiller spezialisiert war, bis seine eigene Tochter von einem geschnappt wurde; einen verlorenen Sohn und Ex-CIA-Agenten, der nach dem Tod der Eltern ein großes Rätsel aufzuklären hat) und etliche ebenso gut gezeichnete Nebenfiguren entrollt der Autor ein Bild der amerikanischen/westkapitalistischen Seele, das hoffnungslos und zynisch ist, ein Bild, das eine Gesellschaft zeigt, in der sich die Superreichen total abkapseln, während sie das gemeine Restvolk verblöden und im wahrsten Sinne des Wortes ausbluten.
Das alles und noch dazu ein atemberaubender spannender "Serial Thriller" mit erstaunlichen Handlungswendungen, die man wirklich nicht vorhersieht und die einen bis ganz zum Schluß (der nach einer Fortsetzung schreit, über die wir demnächst an dieser Stelle berichten werden) fesseln. Auf den Mann haben wir gewartet.

Michael Marshall - The Straw Men
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Jove Books (GB 2002)
Photo © Jerry Bauer, 2004
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