Terry Pratchett - Der Zeitdieb
ØØØ
(The Thief of Time)
Manhattan bei Goldmann (München 2002)
Photo © Robin Mathews
Wer immer brav den neuesten Pratchett kauft, findet sich in einer vertrauten Umgebung wieder - Neueinsteiger sollten sich lieber mit ein paar früheren Bänden einlesen. 28.10.2002
Anhand des 26. Romans in Terry Pratchetts Scheibenwelt-Zyklus darf man wohl annehmen, daß das ursprünglich parodistisch angelegte Fantasy-Ambiente der treuen Leserschaft bekannt ist - was für Neueinsteiger bedeutet, daß sie sich lieber mit ein paar früheren Bänden einlesen sollen. Wer aber Jahr für Jahr brav den neuesten Pratchett kauft, findet sich in einer vertrauten Umgebung zwischen liebgewordenen Charakteren wieder.
In "Der Zeitdieb" treffen wir beispielsweise den Tod, aber auch seine sture Enkelin Susanne und natürlich eine der drei Hexen. Sie alle werden in eine komplizierte Geschichte um einen besessenen Uhrmacher verwickelt, der die Zeit so genau messen will wie kaum einer vor ihm. Die Revisoren der Realität, ihres Zeichens phantasielose Beamte und Sacklpicker, wollen die Konstruktion dieser Präzisionsuhr dazu benützen, endlich das lästige biologische Chaos im Universum zu stoppen. Und die Geschichtsmönche (Verwalter und Einteiler der Discworld-Zeit, die in einem äußerst witzig beschriebenen Pseudo-Tibet in den Bergen leben) müssen ihre zwei besten Männer ausschicken, um dieser Bedrohung Einhalt zu gebieten. Nebenbei lernen wir auch noch den fünften Reiter der Apokalypse kennen, der aus der Gruppe ausstieg, bevor sie berühmt wurde, und jetzt als Milchmann arbeitet ...
Das alles ergibt eine durchaus vergnügliche Lektüre, ist aber innerhalb der Serie mit Sicherheit kein Meilenstein, sondern bestenfalls Überbrückung bis zum nächsten wirklich guten Scheibenwelt-Abenteuer.

Terry Pratchett - Der Zeitdieb
ØØØ
(The Thief of Time)
Manhattan bei Goldmann (München 2002)
Photo © Robin Mathews
In seinem neuen Roman erzählt Klaus Ferentschik von Spionen, verschwundenen USB-Sticks, Hagelkörnersammlern und Eisleichen. Das Ergebnis ist ein philosophisch-psychologischer Agententhriller, der mehr als doppelbödig daherkommt.
Gute Nachricht für alle Desorientierten und von Relikten der Vergangenheit Geplagten: Unser beliebter Motivationstrainer Peter Hiess zeigt Euch einen Ausweg. Und die erste Beratungseinheit ist noch dazu gratis!
Will man sich in den Vororten verorten, dann braucht man auch die praktische Verkehrsverbindung. Der EVOLVER-Stadtkolumnist begrüßt den Herbst mit einer Fahrt ins Grüne - und stimmt dabei ein Lob der Vorortelinie an.
Treffen der Giganten: Der "Depeschen"-Kolumnist diskutiert mit dem legendären Dr. Trash die Wiener Weiblichkeit von heute. Und zwar bei einem Doppelliter Gin-Tonic ... weil man sowas nüchtern nicht aushält.
Unser Kolumnist läßt sich von Fernando Pessoa inspirieren und stellt bei seinen Großstadtspaziergängen Beobachtungen an, die von ganz weit draußen kommen. Dort wirkt nämlich selbst das Weihnachtsfest noch richtig friedlich.
Wie man hört, trainieren US-Soldaten in Manövern für die Zombie-Apokalypse. In Wien scheint sie bereits ausgebrochen. Der EVOLVER-Experte für urbane Beobachtungen weiß auch, warum.
Kommentare_