Stories_Traktat über die Im-Weg-Steher
I go it my way
Selbst der Doc muß gelegentlich das Haus verlassen, um seine intensiven und hochtheoretischen Privatstudien durch Feldbegehungen zu ergänzen. Und wie wir Wissenschaftler wissen, führen solche Ausflüge leider meist nicht aufs Land, wo der goldene Weizen im Winde rauscht, sondern oft mitten in die humankatastrophale Großstadt. Als Gelehrter macht man sich da naturgemäß seine Gedanken über die Leute, die einen am Vorankommen hindern. Dr. Trash hat die Im-Weg-Steher identifiziert. 11.11.2008
Faschingsbeginn.
Wenn´s ein schlimmeres Wort gibt, dann eventuell noch Faschingsdienstag, wenn sie sogar auf den Banken mit bunten Nasen herumstehen und einem kaltlächelnd jede Erhöhung des Überzugsrahmens verweigern. Aber da muß man durch - schließlich kann man sich nicht ein paar Monate lang daheim einsperren und hoffen, daß auch dieser Irrsinn vorbeigeht. Weil dann: Ostern, Sommer, halbnackte Kreaturen ... es wird sowieso nie besser.
Wann auch immer man das Haus verläßt - dauernd stehen einem Menschen im Weg. Und das ist jetzt nicht symbolisch gemeint (die Hürden im Lebensweg werden wir möglicherweise in einem anderen Kapitel behandeln müssen), sondern physisch. In echt, wie man sagt.
Verhindern kann man solche traumatischen Begegnungen nicht; es ist auch so gut wie unmöglich, den Im-Weg-Stehern auszuweichen. Was tun, fragt der alte Lexikograph? Richtig - wenn man ihnen schon nicht entkommen kann, muß man sie wenigstens klassifizieren. Weil´s die innere Ruhe fördert ...
Also, da wäre einmal:
- Der KASSENWART: Selbst der überzeugte Großstadteremit muß gelegentlich einkaufen gehen. Nicht in kleine Feinkostgeschäfte und Greißlereien, wo man sich mit dem Personal über allerlei Nichtigkeiten unterhalten müßte (das kann ja wirklich keiner verlangen), sondern lieber in den anonymen, charakterlosen Supermarkt, wo leise die Produkte von den Regalen rufen. Doch egal, um welche Uhrzeit man diese Großgeschäfte aufsucht, der Feind wartet immer. Und zwar an der Kassa. Ich rede jetzt nicht von den alten Frauen mit den bösen Augen und dem verkniffenen Mund, die einem unentwegt von hinten ihren Einkaufswagen gegen die Waden rammen, sondern von den jüngeren, zum Teil alternativ daherkommenden Einkäufern, die sich für besonders klug, informiert und "bewußt" halten. Während normale Menschen ihren Einkaufswagen nach vorne schieben, wenn sie endlich dran sind, damit sie die gescannte Ware gleich wieder wegschaffen können, bleiben diese Individuen direkt neben der Kassierin stehen, schauen ihr auf die Hände, vergleichen die Beträge auf dem Display mit dem, was ihre Wirrköpfe für korrekt halten, gehen nachher genau die Kassenzettel durch und stellen noch blöde Fragen wie "Haben Sie sich da nicht verrechnet?" (Und nie, nie hört man eine Kassierin antworten: "Ich bin nur die Gehilfin dieser Maschine! Ich ziehe die Ware hier rüber, drücke dort eine Taste, werfe hüben einen Zettel aus und drücke ihnen diesen drüben in die Hand. Ich kann mich gar nicht verrechnen! Das Großkapital ist nicht unentwegt darauf aus, Sie zu betrügen! Gehen Sie endlich weiter, Sie Kretin, damit der nette Mann hinter Ihnen nach Hause kommt!" Sie sagen es nie. Sie leiden still. Und ich auch.) Immer muß man schier daran verzweifeln, daß der KASSENWART alles blockiert: das Fließband, den Abrechnungsvorgang, das Leben seiner Mitmenschen. Und das nur, weil er sich für einen kritischen Konsumenten hält. Ab mit ihm/ihr in den Naturkostladen!
- Der SPÄHER: Manche Menschen schauen sich gern in der Welt um. Sie wissen nicht recht, wo sie hinwollen. Dagegen wäre prinzipiell nichts einzuwenden; schließlich befaßt sich jeder von uns gelegentlich mit dieser beliebten Grundfrage des Lebens: Wo gehe ich hin? Darüber läßt sich beispielsweise gut in der Badewanne nachgrübeln, oder im Bett, vor dem Einschlafen, oder auch im Kaffeehaus, wo man seine Erkenntnisse gleich im praktischen Notizbuch oder auf einer Serviette festhalten kann. Damit gibt sich der SPÄHER jedoch nicht zufrieden. Er sucht die Gefahr beim Denken, das Risiko, den Nervenkitzel! Und aus ebendiesem Grund tritt er seine philosophischen Aufklärungsflüge genau in der Sekunde an, wenn er das obere oder untere Ende einer Rolltreppe erreicht hat. Hinter ihm werden die Menschenmassen automatisch und ohne Unterlaß weiterbefördert, doch es gibt keinen Ausweg für sie, weil der SPÄHER schnurstracks stehenbleibt, sinniert und sich gemächlich umblickt, bis hinter ihm die Massen umkippen wie die Dominosteine. Noch lieber tut er solches, wenn er gerade aus der U-Bahn ausgestiegen ist - da muß er dann nämlich links und rechts den Bahnsteig überblicken, ob ihn da auch keine Gefahren erwarten; oder er stellt sich vor, wie es jetzt gerade über der Erde aussieht. Wir wissen es nicht, und es ist uns auch egal, weil er neuralgische Punkte verstellt, die wir möglichst schnell hinter uns bringen wollen. Also ist es am besten, dem SPÄHER einen ordentlichen, gezielten Rempler zu versetzen, damit er die Bahn freimacht. Dann kann er sich auch später darauf ausreden, daß er seinen Lebensweg nie gefunden hat, weil hinter ihm immer alle so hektisch waren. Sein Therapeut wird sich freuen.
- Die VERLORENEN: Sie stehen mitten auf dem Trottoir, starren entrückt in die Luft oder an eine Hauswand und erwecken den Eindruck einer schwer katatonischen Befindlichkeit. Wissen sie etwa nicht mehr, wo sie hinwollten? Oder gar, wo sie hergekommen sind? Rätseln sie darüber, ob sie zu Hause das Gas abgedreht haben? Ob ihre Kinder wirklich von ihnen sind? Wo das nächste Achtel herkommt? Wenn man sie fragte, dann würden sie garantiert erschrecken und einem nachher vor lauter Empörung das Scheißengehen schaffen. Im Winter, wenn es draußen kalt ist (das muß erwähnt sein, weil man diese zwei Zustandsbeschreibungen nicht mehr gleichsetzen kann) verlegen sie ihre VERLORENEN-Blockaden in gutbeheizte Innenräume, mit Vorliebe zwischen Einkaufsregalen. Dort hängen sie dann herum, schauen ins Narrenkastl, haben ihr Wagerl sowie dessen Standort längst vergessen und denken darüber nach, daß früher alles besser war. Wir unterscheiden bei den Verlorenen zwischen dem RATLOSEN PENSIONISTEN (ohne Heimplatz) und der sogenannten ACID-HAUSFRAU, die schon in den Vormittagsstunden so voll mit Psychopharmaka und Likör ist, daß man ihr ihren Zustand eigentlich verzeihen könnte - wenn sie nicht im Weg stünde ...
- Der DREHSCHWINDLER: Er hat sich einen sehr spezifischen und eng begrenzten Wirkungsbereich ausgesucht - die Drehtür. Diese automatischen Vorrichtungen dienen als Idiotenschleusen für Einkaufszentren, Kinozentren und andere Zentren, die deswegen noch lange nicht zentral gelegen sein müssen. Der DREHSCHWINDLER erschleicht sich die Drehtürbenützung durch einen anfangs recht disziplinierten und zügigen Schritt, zeigt aber dann sein wahres Gesicht, wenn er sich genau im von der Umwelt abgeschotteten Teil zwischen Ein- und Ausgang befindet. Dann bleibt er nämlich stehen oder verringert sein Tempo auf Minimalgeschwindigkeit; in besonders radikalen Fällen läßt er sogar etwas zu Boden fallen, das dringend in Sicherheit gebracht werden muß, und geht mühseligst in die Knie, um den Gegenstand zu bergen. Als Technikgläubiger hegt man die ebenso glühende wie sinnlose Hoffnung, daß die Tür unbarmherzig weiterfahren und den DREHSCHWINDLER unter sich zerquetschen wird, auf daß seine Bestandteile durch vorsorglich angebrachte Falltüren und Blutrinnen zur Wiederverwertung befördert werden. Da dies aber auch mit lästigen Kindern und Hunden nicht funktioniert, kommt der DREHSCHWINDLER regelmäßig mit seinen Maßnahmen davon, weil er weiß, daß es für Fälle wie ihn Sicherheitsvorrichtungen gibt. Und genau das ist der Grund, warum man Drehtüren auf jeden Fall meiden sollte, selbst wenn man gegebenenfalls das Kellerfenster oder eine Feuerleiter benützen muß.
- Die TRATSCHNASEN: Am liebsten treten sie zu viert und mit Anhang auf, doch auch zwei dieser Exemplare konstituieren bereits eine existenzbedrohende Versammlung. Der Gehsteig ist ihr bevorzugtes Schlachtfeld, gern auch unmittelbar vor Kreuzungen und Zebrastreifen. Einzeln ist die TRATSCHNASE harmlos, doch wehe, wenn sie auf ein anderes Exemplar ihrer Spezies trifft - dann muß zwingend alles besprochen werden, was sich seit dem letzten Treffen in der zivilisierten Welt und in ihrem eigenen, zutiefst belanglosen Leben so ereignet hat. Prädestiniert für ein TRATSCHNASENdasein sind Hausfrauen und Mütter, die sich zum Gespräch nicht etwa an die nächste Hauswand drücken, sondern mitten im öffentlichen Fußgängerverkehr stehenbleiben, bewehrt mit Einkaufstaschen und -körben, die ihre flächenmäßige Ausdehnung noch vergrößern, umkreist von verzogenen Bälgern - und dann schreien sie einander an, weil leise gesprochen wird ja heute nicht mehr. Doch auch der im smarten Busineß-Anzug daherkommende Immobilienverbrecher oder Promotion-Wappler hat seinem Kollegen viel zuzurufen, was meist dadurch verschärft wird, daß alle Beteiligten an diesem Humanstau nebenbei noch Wichtiges in ihre Zwergentelefone brüllen müssen. Wenn man TRATSCHNASEN auf ihr Verharren im Falschen hinweist, rattern sie ihre Standardantworten ("Der Gehsteig ist für alle da!", "Mögen Sie etwa keine Kinder?", "Ich bin genauso Steuerzahler wie Sie") herunter und flehen somit um ihre sofortige Erschießung.
- The CRAWLING CHAOS: Wenn sie noch langsamer unterwegs wären, würden sie rückwärts gehen. Am liebsten schlurfen sie ineinander eingehängt oder händchenhaltend dahin, und das stets in einer Anzahl und Breite, daß man sich nur an ihnen vorbeiwursteln kann, wenn man in den Rinnstein springt oder Gefahr laufen will, von einem Verkehrsschild niedergemäht zu werden. Vorzugsweise handelt es sich beim KRIECHENDEN CHAOS um Pensionistenhorden auf dem Weg zur vorletzten Ölung; gelegentlich treffen wir aber auch auf vom Tempoverlust befallene Jugendgruppen, betäubt von billigem Schaumwein, oft auch Hitparadenlieder grölend und in vielen Fällen unter kollektivem Handy-Irrsinn leidend. Da wird quer über die ganze Gehsteigbreite telefoniert, und der gar nicht mehr neutrale, sondern schnell erzürnte Beobachter muß annehmen, daß die jungen Herrschaften sowieso nur miteinander reden, weil ihre Marschformation viel zu breit ist, als daß einer den anderen ohne kommunikationstechnische Hilfsmittel verstehen würde.
- Das TURMOPFER: Wir wollen gerecht sein. Manche Menschen können ja nichts dafür, daß sie so langsam unterwegs sind. Sie sind vom Alter, vom Schicksal oder vom Shopping so schwer beladen, daß es gar nicht anders geht. Man zieht einfach an ihnen vorbei, geht seiner Wege und denkt nicht weiter an sie. Um solche Unaufmerksamkeit gleich im Keime zu ersticken, hat die Weltgenossenschaft der Im-Weg-Steher ihren Mitgliedern zwei Taktiken aus dem Schachspiel beigebracht, die sich auch im Großstadtgewühl geradezu perfekt bewähren.
Als KLEINE ROCHADE bezeichnen wir es, wenn Personen vor einem andauernd, ohne erkennbare Richtung oder Regelmäßigkeit, die Spur wechseln und dem Nachkommenden damit das Überholen unmöglich machen. Da selbst die boshaftesten Kreaturen noch keine Augen im Hinterkopf haben, ist die KLEINE ROCHADE für die Ausübenden relativ anstrengend, weil sie die Gesamtwegstrecke und damit den Energieverbrauch um einiges verlängert - auch wenn sich von hinten kein Mensch nähert. Effizienter, aber auch um einiges fordernder ist die GROSSE ROCHADE, die gegen Entgegenkommende ausgespielt wird.
Die GROSSE ROCHADE kann beginnen, sobald der Gegner in Sichtweite ist, und endet erst, wenn man seitlich an ihm vorbeizieht. Sie sollte immer von einem unschuldigen, aber leicht verwirrten Gesichtsausdruck begleitet werden. Spielmethode: den Gegner fixieren, am besten, indem man ihm direkt in die Augen blickt. Sobald der Gegner ein Ausweichmanöver auch nur andeutet, sofort in dieselbe Richtung tendieren; entscheidet er sich daraufhin für die andere Seite, tut man dies ebenso - und gibt sich nach außenhin schon leicht genervt. Sieger ist, wer den Gegner zum Stehenbleiben oder einem kleinen, peinlichen Steptanz zwingt; begleitet wird der Triumph mit Vorliebe von einem aus dem Mundwinkel gezischten Ausspruch à la: "Kannst ned aufpassen, wo´st hingehst?" Meister der GROSSEN ROCHADE sind so gut wie unbesiegbar. Wir beugen unsere Häupter in Demut.
- Der VERFOLGER: Er ist einem zwar nicht direkt im Weg, erschwert einem das Vorankommen und damit das Leben aber doch ganz erheblich. Der VERFOLGER trägt seinen Artikel nicht zu Unrecht - es handelt sich fast ausschließlich um männliche Angehörige der Spezies, da selbst Frauen mit Rudimentärintelligenz aus eigener Erfahrung wissen, wie unangenehm es ist, wenn ihnen jemand in kurzem Abstand nachgeht. Der VERFOLGER manifestiert sich aus dem Nichts, ungefähr zwei bis drei Meter hinter dem Fußgänger, und setzt sich in genau demselben Gehtempo auf dessen Spur. (Es könnte auch sein, daß er gerade aus einem Geschäfts- oder Hauseingang getreten ist, aber wir müssen sicherheitshalber davon ausgehen, daß er von irgendeiner außerirdischen Macht hierhergebeamt wurde. Keinesfalls dürfen wir annehmen, daß er immer schon da war, denn sonst hätte er seine Geschwindigkeit verlangsamen müssen, als er knapp hinter uns angelangt war, und warum sollte er das tun - abgesehen vielleicht von der Möglichkeit, daß ihn der unstillbare Trieb leitet, ein entzückendes Hinterteil zu betrachten ...?) Jedenfalls steigt er einem lauten Schrittes nach, läßt sich auch durch scharfe Blicke über die Schulter nicht von seinem Vorgehen abbringen und hält dies oft mehrere Häuserblocks lang durch. Dadurch erzeugt er im Vorangehenden schwere Paranoia, die nur dadurch bekämpft werden kann, indem man abrupt stehenbleibt, eine Auslage (sogar mit Schwangerenmode, wenn´s notwendig ist), eine Plakatwand oder ein Stück Mauer anstarrt und wartet, bis der VERFOLGER vorbeigezogen ist. Dann bleibt es dem ungerecht Verfolgten überlassen, selbst in die VERFOLGER-rolle zu wechseln.
- Die RÜCKENBEUTELCHEN: Moden sind schon was Schreckliches. Als wären Rollerblades und diese lächerlichen Kinderroller für überwuzelte Werbefachleute nicht schon tragisch genug, hatte irgendein Designer vor einigen Jahren die Idee, den Rucksack im Stadtbereich einzuführen. Früher wußte man: Wer einen Rucksack trägt, ist ein Wandersmann; heute weiß man, daß die RÜCKENBEUTELCHEN eine von Gott gesandte Plage sind. Optisch war schon das parasitäre Radfahrvolk mit seinen Rucksäcken eine Belastung für Auge und Verstand, doch die RÜCKENBEUTELCHEN machen alles noch schlimmer. Sie schnallen sich ihr Halfter um und scheinen im selben Augenblick zu vergessen, daß sie einen künstlichen Buckel mit sich herumschleppen. Wenn sie sich drehen, einen Schritt zurück machen oder in der U-Bahn ziellos herumtaumeln wie alles Volk, insultieren sie sämtliche Umstehenden und wagen es dann noch, ihre Opfer indigniert anzusehen, wenn diese den Rucksack von sich wegdrücken. Gegen die RÜCKENBEUTELCHEN wird absolut rücksichtsloses Vorgehen empfohlen. Erstens verstehen sie nur das, und zweitens haben sie es nicht besser verdient.
- Die ZUSAMMENPACKERIN: Es gehört schon eine besondere Kunstfertigkeit dazu, im ruhenden Verkehr als Im-Weg-Steher zu fungieren - aber die ZUSAMMENPACKERIN bewältigt diese Aufgabe mit geradezu spielerischer Leichtigkeit. Sie trainiert an Supermarktkassen (siehe oben), bringt ihre vollausgebildete Gabe jedoch vor allem an Bankomaten zum Einsatz. Dort stellt sie erst einmal ihre Handtasche ab (oder windet sich als Mehrfachtäterin aus ihrem Rucksack), stirlt umständlich die Geldbörse aus dem Behältnis, kramt die Bankomatkarte hervor und bringt diese nach diversen Fehlschlägen endlich richtig in den Schlitz. Hinter ihr kommt es in der Schlange der Wartenden zu Unmutsäußerungen, Harnverhaltung und Gehirninfarkt, aber das bekümmert die ZUSAMMENPACKERIN nicht.
Sie hat noch einiges mehr zu bieten: Wenn sie sich erst einmal mit sich selbst über den PIN-Code sowie den abzuhebenden Betrag geeinigt hat, was im Regelfall mehrere Versuche erfordert, läßt sie den Dingen ihren mechanischen Lauf, nimmt sodann Geld und Karte entgegen, verstaut diese sinnlos in irgendwelchen Taschen und Fächern, stopft anschließend die Börse wieder in die Handtasche oder das Rückenbeutelchen, macht sich ausgehfertig, benützt die reflektierende Scheibe des Bankomaten (die sich inzwischen naturgemäß längst gesenkt hat) als Schminkspiegel, betrachtet noch angelegentlich das Display ihres Handys, weil ja jemand ein SMS geschickt haben könnte, putzt sich mit einem Taschentuch die Lackschuhe und bewegt sich erst nach mehreren Scheinausfällen vom Bankomaten weg. Hinter ihr kam es in der Zwischenzeit zu Spontansex, Tod durch Altersschwäche und Minderheitenmassakern.
Die ZUSAMMENPACKERIN hat ihre Pflicht getan.
Und der Autor dieser Zeilen ebenso - man freut sich ja immer, wenn man die werte Leserschaft informieren kann.
Stets der Ihre:
Dr. Trash
(P. S.: Führerscheinbesitzer seien hiermit aufgefordert, obiges Traktat durch eigene Beobachtungen aus dem Autoverkehr zu ergänzen.)


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