Fulltime Killer
ØØØØ
(Chuen jik sat sau)
Hongkong 2001
102 Min.
dt. Fassung und kantonesische OF mit UT
Regie: Johnnie To & Ka-Fai Wai
Darsteller: Andy Lau, Takashi Sorimachi, Kelly Lin u. a.
Professionelle Mörder sind Style-bewußt, wissen ihre Aufträge stets mit dem richtigen Soundtrack zu inszenieren und leiden an überstarkem Konkurrenzdenken - wenigstens im Hongkong-Kino. 26.09.2002
In Hongkong geben sich sogar die Profikiller Künstlernamen: Der eine heißt Tok (Superstar Andy Lau, dessen Produktionsfirma auch hinter diesem Streifen steht), der andere ist ein Japan-Import und nennt sich nur O (Takashi Sorimachi). Die beiden sind die konkurrierenden Protagonisten im neuen Streifen der Action-Spezialisten Johnnie To ("Running Out of Time", "The Mission") und Ka-Fai Wai. Während O seine Aufträge effizient erledigt und sich ansonsten vom Rest der Welt weitgehend isoliert, inszeniert Tok die tödlichen Jobs wie spektakuläre Fernseh-Shows, um die Nr. 1 der hauptberuflichen Killer damit aus der Reserve zu locken und ihm seine Position streitig zu machen. Später reißt er noch Os Haushälterin Chin auf, verrät ihr die Wahrheit über seinen Beruf (und auch den ihres Chefs) und bringt sie schließlich in eine Position, wo sie sich für einen der beiden Männer entscheiden muß.
In Anbetracht der Tatsache, daß die beste Zeit des Hongkong-Kinos nunmehr schon einige Jahre vorbei ist, liefern To & Co. einen erstaunlichen Thriller ab: durchgestylt, rasant (bis auf den relativ unnötigen und zerredeten Schluß um den psychisch kaputten Internet-Bullen Simon Yam, der hinter den Berufsmördern her ist), elegant inszeniert und mit internationalem Flair. Außerdem werden die Jobs der Hitmen genüßlich von Opernarien begleitet - und wenigstens einer der Bösen kommt am Schluß ungestraft davon. Somit hat Hongkong der großen US-Konkurrenz doch noch einiges voraus.

Fulltime Killer
ØØØØ
(Chuen jik sat sau)
Hongkong 2001
102 Min.
dt. Fassung und kantonesische OF mit UT
Regie: Johnnie To & Ka-Fai Wai
Darsteller: Andy Lau, Takashi Sorimachi, Kelly Lin u. a.
Dr. Trash empfiehlt: Denken Sie nicht nach, sondern vor. Zum Beispiel über die Frage, warum Zigaretten jetzt EU-weit dauernd ausgehen: Angeblich, weil sie einst so viele Brände verursacht haben - man erinnere sich an die lodernden Tischnachbarn im Kaffeehaus. Wer solchen Dreck glaubt, ist nicht nur geistig angeschlagen, sondern Opfer von Agenturen, die Tag für Tag Bleichmittel für die globale Gehirnwäsche erzeugen. Sogar, wenn es um Comics und Otakus geht ...
Dr. Trash empfiehlt: Gehen Sie in den Wald. Lassen Sie sich dort von sinnlosen Wandertafeln erläutern, wie man atmet und ein Bein vor das andere setzt. Denken Sie immer daran, daß sowas Beamte erfinden, die von selber tatsächlich nicht einmal Luft holen können. Verzweifeln Sie erst, wenn Ihnen ein Wegweiser mit Hinkelstein-Esoterik droht. Bleiben Sie stehen und lassen Sie Ihrer Zerstörungswut freien Lauf.
Dr. Trash empfiehlt: Freuen Sie sich darüber, daß die Ironie-Szene (Sie wissen schon, die mit den heiteren Bärtchen, strohdummen Hütchen und der schlurfigen Kleidung) Comics noch nicht wirklich für sich entdeckt hat. Vielleicht liegt’s ja daran, daß es dort weder Gestalten wie die Gebrüder Coen noch eine angeschwuchtelte Indie-Bewegung wie in der Popmusik gibt - sondern ein paar aufrechte Kämpfer, die die Tradition der Bildergeschichte hochhalten.
Dr. Trash empfiehlt: Lassen Sie sich den Begriff "Wutbürger" von den arroganten Verbrechern in Politik und Medien nicht gefallen! Denken Sie bei den miesen Charakteren, die Ihren gerechten Zorn verursacht haben, lieber an den weisen Spruch: "Today's pigs are tomorrow's bacon." Und vertiefen Sie sich - passend dazu - in die Abenteuer von "Monster Hunter International".
Drei Blunzen geben eine Pressekonferenz ... Nein. Okay, so: Treffen sich ein paar Sommerlöcher ... Auch nix. Na gut: Eine Frau kommt ins Wirtshaus und bestellt eine Portion Hirn mit Ei ... Wieder daneben. Es nützt nichts - manche Witze sind so schlecht, daß man sie einfach nicht erzählen sollte. Außer in der Sauregurkenzeit und als feministische Parteisoldatin vielleicht.
Dr. Trash empfiehlt: Kaufen Sie sich ein iPad - am besten gleich die soeben erschienene Version 2, dann sind Sie Ihrem guten Doktor auch noch ein wenig voraus. Apples Tablette gegen Ödnis und graue Desktop-Rechner ist zwar für den heftig schreibenden Geistesarbeiter nur bedingt geeignet, aber unterwegs leistet das Brett beste Dienste. Auch im Urlaub, statt der berüchtigten Reisetasche voller Bücher.
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