Kino_Allein unter Nachbarn

Tödliche Hausordnung

Gott bewahre uns von den freundlichen Menschen von nebenan! Wenn die nämlich was zu erben wittern, ist plötzlich selbst im bürgerlichsten Mietshaus die Hölle los.    14.08.2002

Nach Underground-Meisterwerken wie "El día de la bestia" ("Day of the Beast") und "Perdita Durango" drehte die große spanische Regiehoffnung Álex de la Iglesia vor zwei Jahren einen eher aufs Massenpublikum abzielenden Film, der nun endlich auch in unseren Kinos landet. "Allein unter Nachbarn" erzählt die Geschichte einer im besten Alter befindlichen Maklerin (gespielt von der großartigen Carmen Maura, bekannt aus "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs"), die bei einer Wohnungsbesichtigung auf die verweste Leiche eines einsamen Sonderlings und dessen versteckten Schatz von 300 Millionen Peseten stößt. Natürlich will sie sich das Geld unter den Nagel reißen - aber da hat sie nicht mit der Gier und Perfidie der übrigen Hausbewohner gerechnet. Die sind nämlich bereit, alles zu tun, um die Frau nicht mit dem langersehnten Mammon entkommen zu lassen.

Iglesias Film ist eine mörderisch schwarze Komödie mit zahllosen Wendungen und Skurrilitäten, die in ihrer Machart etwas an "Delicatessen" (auch keine schlechte Referenz) erinnern. Daß es dem Regisseur gelingt, noch dazu eine Menge Suspense à la Hitchcock in sein Werk einzubauen, macht "La Comunidad" zu einem der Kino-Highlights dieses müden Sommers.

Peter Hiess

Allein unter Nachbarn

ØØØØØ

(La Comunidad)


E 2000

110 Min.

dt. und span. OF mit UT

Regie: Álex de la Iglesia

Darsteller: Carmen Maura, Aduardo Antuna, Maria Asquerino u. v. a.

 

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