Kino_Film-Tips März/2013

Licht aus, Film ab

Harmony Korine läßt in "Spring Breakers" die Puppen tanzen. Lesen Sie, was sich diesen März sonst noch Empfehlenswertes in den Kinos abspielt.    04.03.2013

EVOLVER-Redaktion

Spring Breakers

ØØØØ 1/2

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Kinostart: 21. 3.

 

Subversion in allergrellsten Leuchtstiftfarben: Film-Querkopf Harmony Korine hat sich von der mitunter etwas spröden Anmutung, die Werke wie "Trash Humpers" zuletzt bei manchem hinterlassen haben, verabschiedet und schickt in seiner herzerlerfrischenden neuen Arbeit ein Girlie-Quartett (gespielt von u. a. Teen Queen Selena Gomez) in aller gebotenen Euphorie Richtung Spring Break, um es dort nicht nur der vermeintlichen Party seines Lebens zuzuführen, sondern auch jeder Menge Sex, Drugs & Violence, die eine an RiffRaff angelehnte Strizzi-Strandbekanntschaft (James Franco) mit sich bringt. Der wohl beglückendste Film des Frühjahrs. (cp)

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Jack and the Giants

ØØØØ

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Kinostart: 15. 3.

 

Ein simples Konzept ist es schon: Ein Landei, gespielt von jenem Nicholas Hoult, den man derzeit auch als Schmusezombie in "Warm Bodies" beurteilen kann, kriegt eine Bohne in die Hand, die bei Erstberührung mit dem Erdreich ein paar Kilometer in die Höhe schießt und sich äußerst gut zum Erklettern eignet. Flugs wieselt der Bauernlümmel nach oben und entdeckt jenes sagenhafte Land, in das einst die Riesen - verwachsene, verwarzte Humanoide vom Format eines King Kong - verbannt wurden, damit sie keine Menschen mehr fressen. Die Riesen, angeführt von einem zweiköpfigen CGI-Monster namens Bill Nighy, erkennen auch bald ihre neue Chance auf leckeres Menschenknochenmehl-Brot und trampeln alsbald mit Hilfe obengenannter Bohnenranken in die Menschenwelt hinunter, wo sie dem König die Tochter stehlen und seinen stolzesten Ritter (Ewan McGregor) zum Vergeltungsschlag zwingen, bei dem auch unser eingangs erwähnter Landwirtssproß zum Helden werden kann. Ein Märchen von bösen Riesen und einem Durchschnittsbübchen, das die Prinzessin rettet, gibt´s in jedem Kulturkreis - das klingt als Filmstoff aber erstaunlicherweise überhaupt nicht abgedroschen. Und "X-Men"-Mastermind Bryan Singer ist halt doch ein Könner, weshalb sich der Spaß auch bestens ausgeht. (kh)

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Sightseers

ØØØØ

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Kinostart: 8. 3.

 

Großzügig überschritten hat Tina (Alice Lowe) jenen Zeitpunkt, an dem sie sich von ihrer besitzergreifenden Mutter hätte loslösen sollen. Nun, da sie mit stolzen 34 Jahren verkündet, mit ihrem neuen Freund Chris (Steve Oram) auf einen Roadtrip ins Glück aufbrechen zu wollen, wird das besonders schwierig, weil die Alte unendlich unfair zu klammern anfängt und sogar ein Schlagerl vortäuscht. Schließlich geht die Tour im Wohnmobil aber doch los. Und schon bald entpuppt sich der bullige Chris als schizoider Flegel, dem reichlich gute Gründe einfallen, Leute totzuschlagen. Für Tina ist das Morden aber noch lange kein Grund, die Tour abzubrechen. Dafür genießt sie die zunehmende Distanz zur Mutter viel zu sehr. Und so zieht das nerdige Paar eine Blutspur durch den Norden Großbritanniens, ohne den Spaß an der Freud zu verlieren.

Nach dem recht vielversprechenden „Kill List“ begibt sich der Brite Ben Wheatley in deutlich humorbetontere Gefilde, auch wenn Brutalität und Gewaltexzesse hier ebenfalls kathartisch genug ausfallen. Daß die Hauptdarsteller auch das Drehbuch geschrieben haben, trägt offensichtlich zur Authentizität des Geschehens bei. Es ist eine weitere Variante des Serienkiller-Themas, ja, aber sie ist so überraschend, einfallsreich und konsequent, daß Filme wie „GodBlessAmerica“ weit zurück bleiben. Wunderbares Anti-Popcorn-Kino. (kh)

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Hitchcock

ØØ 1/2

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Kinostart: 15. 3.

 

Wir alle kennen und lieben den fetten Mann mit der Zigarre, der in jedem seiner Filme irgendwann durchs Bild läuft. Aber nicht wegen seines Charakters, sondern eben wegen seiner Filme. Wie der Mensch Alfred Hitchcock war, was das Genie hinter so vielen Klassikern des Genrekinos (wir listen hier keine auf, das kann die IMDB besser) privat getan hat, das ist gemeinhin wenig bis gar nicht bekannt. Fragt sich, ob einen das interessiert. Natürlich wurde Hitchcock mit Anthony Hopkins besetzt, und wenn der Hopkins was spielt, kann die Mirren nicht weit sein - in dem Fall spielt die gute Helen die Frau des Meisters, Alma Reville. Und das ist eigentlich auch schon alles, worum es geht: was die Eheleute so getrieben haben während der Entstehung von "Psycho". Es gibt bestimmt Menschen, die so einen Film als eine Art Hochkultur-Ereignis betrachten. Wahrscheinlich gibt es auch ein paar, die glauben, daß man da gut seine Finger in Nacho-Käsesauce stecken kann, weil Scarlett Johannson und Jessica Biel mitspielen. Toni Collette kennen die eh schon nicht mehr, obwohl die auch mitspielt und mindestens so interessant ist wie die zwei Vorgenannten zusammen. Aber alle zusammen, so toll sie auch spielen mögen, retten diesen Film nicht. Hochkultur? Wie langweilig. (kh)

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