Kino_R.E.D. - Älter, härter, besser

We Need A Pig

Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman, John Malkovich ... Nicht nur das Darsteller-Team begeistert in dieser Comic-Adaption. Die Action-Komödie amüsiert mit viel Ironie und Augenzwinkern.
   01.11.2010

"R.E.D." heißt die neueste DC Comic-Verfilmung von Regisseur Robert Schwentke ("Flightplan"). Die drei Buchstaben stehen für "retired, extremely dangerous".

Zumindest ist das Frank Moses' (Bruce Willis) Interpretation, der seit einiger Zeit im Ruhestand ist. Geheuer ist ihm das fade Vorstadtdasein als Rentner nicht – sein Berufsleben hat er als skrupelloser Agent eines CIA-Eliteteams verbracht. Nun besteht der Höhepunkt seines Tages im Telefonat mit Sarah (Mary-Louise Parker). Die arbeitet im Callcenter der Pensionskasse und findet Frank (besser: seine Stimme) ebenso sympathisch wie er sie. Als eines Nachts ein Killerkommando in sein Haus eindringt und ihn umzubringen versucht, freut er sich über die Abwechslung. Doch ist Sarah nun auch in Gefahr, und wer seinen Tod angeordnet hat, muß er erst herausfinden.

 

Frank besorgt sich also Hilfe, in Form von Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren und Brian Cox. Sie alle spielen einstige Spione, die mit dem unspektakulären Leben im Ruhestand schwer zurechtkommen.

Im Unterschied zu gängigen Action- bzw. Spionagefilmen steht bei "R.E.D." nicht der Kampf von Gut gegen Böse, sondern von Alt gegen Jung im Mittelpunkt. Besonders ernst gemeint ist das ganze aber nicht. Sicher, es gibt Geheimagenten, Waffen, Schießereien und Tote; doch spätestens beim Seitenhieb auf Bruce Willis' äußere Erscheinung macht sich die (Selbst-) Ironie als Hauptelement bemerkbar. Maßlose - und in diesem Fall freiwillig komische - Übertreibungen werden gepaart mit Akteuren, die sich selbst nicht ernst nehmen. So betreibt eine Ex-MI6-Agentin eine Bed & Breakfast-Pension, und der paranoide Marvin (John Malkovich) schält eine Maschinenpistole aus einem rosa Plüschschwein.

 

Szenen dieser Art sind häufig und machen Spaß. Mit dem Staraufgebot beeindruckt "R.E.D." ebenfalls. Doch ist es nicht die Berühmtheit der Namen, die imponiert, sondern die Leistung des perfekt aufeinander abgestimmten Ensembles. Die Rollen werden ohne Patzer und sichtlich vergnügt gespielt. Seltenheitswert haben Helen Mirren mit Sturmgewehr in der Hand und John Malkovich als irrer Ex-Spion.

 

Wer dem Genre etwas abgewinnen kann, wird mit diesem Film seine helle Freude haben. Doch auch diejenigen, die sich bei ernstgemeinten Actionspektakeln über die mangelnde Realitätsnähe der Handlung oder Pseudo-Coolness der Figuren ärgern, werden hier – bei soviel Ironie – auf ihre Kosten kommen.

Christa Minkin

R.E.D. - Älter, härter, besser

ØØØØ

Red

Leserbewertung: (bewerten)

USA 2010

111 Min.

Regie: Robert Schwentke

Darsteller: Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren u. a.

 

Kinostart: 28. Oktober

Links:

Kommentare_

Kommentar verfassen

Kino
Only Lovers Left Alive

Jims coole Blutsauger

Tilda Swinton und Tom Hiddleston geben in Jim Jarmuschs Genrebeitrag ein außergewöhnliches Vampir-Duo mit Hang zu Coolness, Schwermut und Musik.  

Kino
Wer weiß, wohin?

Von Haschkeksen und Krieg

In ihrem zweiten Spielfilm erzählt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki humorvoll und feinsinnig von einem Dorf, in dem eine Gruppe entschlossener Frauen mit kreativen Mitteln die religiöse Feindschaft zu beenden versucht.  

Kino
The Iron Lady

And the Oscar goes to ...

Es ist kein Wunder, daß Meryl Streep mit ihrer Rolle der englischen Premierministerin Margaret Thatcher den dritten Oscar ihrer Karriere gewann. Streep beweist einmal mehr, daß sie zu den fähigsten Schauspielerinnen der Gegenwart gehört.  

Kino
R.E.D. - Älter, härter, besser

We Need A Pig

Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman, John Malkovich ... Nicht nur das Darsteller-Team begeistert in dieser Comic-Adaption. Die Action-Komödie amüsiert mit viel Ironie und Augenzwinkern.
 

Kino
Salt

Humorlose Kampfmaschine

Ihr EVOLVER macht's gründlich: Gleich zwei unserer Kritiker haben sich den aktuellen Film angesehen.
"Ein spannender Spionage-Thriller mit schwieriger Hauptfigur", meint Christa Minkin.  

Kino
An Education

Paris oder Oxford?

Der neue Streifen der "Dogma"-Regisseurin Lone Scherfig überzeugt mit einem pointierten Drehbuch von Nick Hornby und interessanten Figuren. So richtig gelungen ist er trotzdem nicht.