Print_Surfin’ Saigon – das Buch

Leichen pflastern ihren Weg

Kay Blanchard rules! In "Surfin’ Saigon" kämpft sich der Todesengel des MI6 bereits zum dritten Mal gewohnt sexy, brutal und voll mit Amphetaminen durch r.evolvers irres Nazi-Universum. Thomas Fröhlich hat sich an das neue haarsträubende Abenteuer der ungewöhnlichsten Agentin Ihrer Majestät gewagt ...    11.09.2019

Nicht nur EVOLVER-Lesern ist sie ein Begriff: Kay Blanchard - Top-Agentin des Secret Service, sex-, drogen- und gewaltverliebt und zu 110 Prozent definitiv nicht pc. In einer nicht allzu fernen Zukunft bekämpft sie erfolgreich das Gesindel, das sich mit Ausweitung des Vierten Reiches auf der ganzen Welt breitgemacht hat, inklusive die damit einhergehenden verrückten Wissenschaftler, Superroboter und riefenstahlesken Nazi-Femmes-fatales. Damit war sie in "Nazi Island Mystery" und "Pol Pot Polka" überaus erfolgreich - wohl auch ein Grund, daß wir sie zu Beginn ihres dritten Auftritts im Innendienst in der Internationalen Zone Lienz vorfinden. Zudem ist sie auch noch alleinerziehende Mutter (Kunststück, wenn der väterliche Samenspender unbekannt ist) eines SEHR aufgeweckten kleinen Mädchens namens Ruby.

 Äh, wie bitte? Geht´s noch? Innendienst? Mutterschaft? Bei Kay Blanchard ...???

 Wer nun befürchtet, es mit einer Art Kay light zu tun zu bekommen, sei beruhigt. Die Gute weiß immer noch, wo´s anderen weh- und ihr guttut (beides zwischen den Beinen) - und wenn dann etwa ihr Kind in einem Zirkus (des Schreckens, no na!) entführt wird, spielt´s Granada. Nicht, daß Kay der Frucht ihres Leibes beim erhofften Wiedersehen keine Watschen herunterhauen würde - aber ihre Erziehungsprinzipien unterscheiden sich halt von denen der antiautoritären Bälgerversteher unserer Breiten und sind sowieso Privatsache. Ihre Suche nach dem Töchterlein führt sie auf jeden Fall an die verschiedensten pittoresk-grindigen Orte (dort, wo sich gepflegter Schund immer am wohlsten fühlt), um letztendlich zum knackigen Showdown in Saigon zu gelangen. Zuvor legt Miss Blanchard noch einen fulminanten Trip zwischen wunderbar sinnloser Gewalt, ausufernd explizitem Sex und erfrischend jugendverbotenem Drogengebrauch hin. Alte (und zum Teil eigenartig verjüngte) Bekannte geben sich wieder ein herzhaftes Stelldichein (abgeschmeckt mit Blut & Beuschl galore), geheimnisumrankte Dimensionstore werden geöffnet und gigantische Weltverschwörungen aufgedeckt - zudem zieht der Autor r.evolver in seinem in der Edition Super Pulp herausgebrachten "Surfin´ Saigon" die Temposchraube gegenüber den Vorgängerwerken noch einmal kräftig an (doch, das geht!), um die p. t. Leserschaft schlußendlich ermattet, aber glücklich ihrem weiteren Schicksal zu überlassen.

 Selbstverständlich kann man auch ohne die Kenntnis der Vorgängerromane bedenkenlos zu "Surfin´ Saigon" greifen - g´spaßiger ist es aber, hat man die früheren Handlungsstränge (und derer gibt´s einige) noch ein wenig im Kopf. Daß dieses Meisterwerk guten schlechten Geschmacks in einer Edition mit dem sprechenden Namen Super Pulp erscheint, ist kein Zufall, handelt es sich doch um das Destillat einer Jahrzehnte lang gepflegten, hehren Trashkultur, augenzwinkernd dargebracht, aber ohne Ironiebrille, wie sie den studierten Oberg´scheiterln etwa in die bobobärtigen Gesichter gewachsen ist.

 Wer also popkulturell unterfüttertem Schmutz und Schund etwas abgewinnen kann, betritt mit Kay Blanchard wieder einmal den Himmel. Allen anderen empfehle ich österreichische Literaturpreis-Literatur - und grinse hämisch dabei.

Thomas Fröhlich

Surfin´ Saigon - das Buch

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Surfin’ Saigon – das Buch

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