Stories_Bob Dylan - 10 Gründe

Grantler und Poet

Anläßlich von "I´m Not There", dem etwas anderen Dylan-Biopic, liefern Peter Hiess und Manfred Prescher jeweils zehn Gründe, warum man den Lockenkopf einfach lieben oder eben hassen muß: The answer, my friend ...    04.03.2008

10 Gründe, Bob Dylan zu lieben

 

Eines vorweg: Natürlich ist es Geschmackssache, ob man die eigenwillige Stimme von Bob Dylan mag oder ob man sich gleich beim ersten Ton mit Grausen abwendet. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei, daß man ihn auch dann noch als Kreuzguten und als wichtige Künstlerperson betrachten muß. Die Gründe liegen auf der Hand.

 

1. Wie gesagt: Seine nölende Stimme kann man hassen, den Slogan "Nobody sings Dylan like Dylan" mit einem "Das ist ja die Crux" abtun, aber viele seine Songs sind unsterblich. Das belegen die unzähligen, sehr unterschiedlichen Coverversionen von Dylans Songs, die oft viel erfolgreicher und besser sind als das Original: Yo La Tengo, die Byrds, Bryan Ferry, Isaac Hayes, PJ Harvey, Nick Cave, Johnny Cash, Patti Smith, Cat Power, Lou Reed, Nina Simone, The White Stripes, Pearl Jam, Nick Drake, Travis, Billy Bragg, Calexico, Red Hot Chili Peppers, Mike Watt, Ministry, Them, Element Of Crime, Marlene Dietrich, Kris Kristofferson, Devo, Nico, Paul Weller, Falco, Aztec Camera, Elvis Costello, Rage Against The Machine, Solomon Burke, The Neville Brothers - und das sind nur die cooleren Interpreten von Dylans Songs. Er ist einer der großen Schattenmänner des Pop.

 

2. Martin Scorceses Film und die sehr launige Radio-Show, durch die Dylan seit fast zwei Jahren führt, offenbaren, was eigentlich immer schon zu spüren war: Bob Dylan ist einer von uns - ein Jäger und Sammler, einer, für den Musik nicht bloß ein Produkt ist, das nach Gebrauch weggeworfen wird. In seiner Sendung stellt er daher Künstler und ihre Lieder in einen stimmigen Kontext. Er entreißt sie so auch dem Vergessen. Daß viele dieser Songwriter Einfluß auf ihn und seine Entwicklung hatten, zeigt Scorseses "No Direction Home". Oder der großartige Song "Blind Willie McTell". Von nix kommt halt nun mal nichts.

 

3. Die Größe von Dylan ist Resultat seiner Sturheit. Anders ausgedrückt: Er hat sich nie vereinnahmen lassen, ist stattdessen lieber manchen Irrweg gegangen. Als ihn die Folk-Jünger anbeteten, setzte er seine Klampfe unter Strom und wütete gegen den massiven Protest der Hardcore-Fraktion. Als die Hippies um ihn buhlten, verschwand er mit Johnny Cash ins inhaltlich konträre Nashville. Wie sehr sich die 68er an ihm rieben - und noch reiben -, zeigen seine aktuellen Konzerte: Die wenigen Überlebenden von damals, die zu ihm und zur "Never Ending Tour" finden, bekommen radikal zersägte Versionen von "Blowin´ In The Wind" oder " I Shall Be Released". Die klingen dann nicht nach Friedefreudeeierkuchen, sondern nach Weltuntergang. Da bleicht der Batik-Wickelrock vor Schreck völlig aus.

 

4. Oberflächliche Menschen machen Dylan an "Blowin´ In The Wind" fest - ein Lied, über dessen Folgen der Künstler selbst schon so entsetzt war, daß er es lange Jahre nicht spielte. Aber er konnte und kann auch anders: So ist "Don´t Think Twice, It´s Alright" eines der bittersten und einsichtigsten Lieder über das Ende einer Liebe überhaupt. "It´s All Over Now, Baby Blue" oder "It Ain´t Me, Babe" und einige andere stehen dem kaum nach. Wer solche Abschiedslieder schreibt, kann natürlich auch von der Liebe erzählen.

 

5. In seinen Texten ist Dylan düster wie John Cale ("Desolation Row"), zynisch wie Leonard Cohen ("Highway 61 Revisited"), fies wie Robert Mitchum in "Thunder Road" ("Wanted Man", "Licence To Kill") oder einfach nur groß ("Tomorrow Is A Long Time", "One More Cup Of Coffee"). Sein Werk ist so umfangreich, daß natürlich nicht alles Gold ist, was der Dylanologe so anbetet, aber die Zahl der außer- und ungewöhnlichen Texte ist riesig. Davon werden noch unsere Urenkel zehren - und die dazugehörigen Songs covern. Schön finde ich, daß sich viele von Dylans Texten den Autoren der sogenannten Sekundärliteratur entziehen.

 

6. Digitale Musik versaut unsere Ohren. Das liegt zum einen an der Kompression, die nicht von analogen Geräten mit ihren höchst unterschiedlichen Bedingungen, sondern von Rechenprogrammen durchgeführt und glattgebügelt wird. Zum anderen liegt es am Trend zu einem hohen und einheitlichen Lautstärke-Einpegeln, der aktuelle Produktionen gleichschaltet. Dadurch klingt alles immer identisch laut und nicht dynamisch. Im Gegensatz zu diesem "Datenmüll" gehören die bisher letzten Dylan-Alben "Love And Theft" und "Modern Times" zu den wenigen Produktionen, die auf differenzierte Auspegelungen und dadurch auf beeindruckende Dynamik setzen. Auch, wenn er sich nicht durchsetzen können wird, ist es doch gut, daß es ihn gibt.

 

7. Bootlegs waren früher eine mit Vorsicht zu genießende Gattung von LPs - und das nicht unbedingt, weil sie illegal verkauft wurden. Oft waren die teuren Teile qualitativ mies, die raren Songs durch Rauschen eigentlich unanhörbar. Weil Dylan selber ein Sammler ist und seltene Stücke sucht, stellte er viele der raren Lieder in seiner "Bootleg Series" zur Verfügung. Preis und Qualität waren dabei in Ordnung. Ganz nebenbei bietet dieser soziale Akt auch noch die Möglichkeit, zu erkennen, was im Laufe der Zeit bei Dylan an guten Ideen in der Schublade verschwand.

 

8. Als Dylan in den späten 70er Jahren in eine ziemlich wirre Art von Religiosität abdriftete, mußte man ihn eigentlich abschreiben. Sein bis dato veröffentlichtes Werk hätte allerdings genügt, um ihn unsterblich zu machen: Angefangen mit den beiden zwar folkigen, gleichzeitig aber auch sehr poppigen Erstlingswerken "Bob Dylan" und "The Freewheelin´ Bob Dylan" über das elektrifizierte Großwerk "Blonde On Blonde", das man den Kritikastern, die es ständig hymnisch zur Platte des Jahrtausends küren, nur durch Anhören entreißen kann, bis zu "Nashville Skyline" oder "Desire" - viele seiner Alben sind Meisterwerke aus einem Guß. Und wenn ihm auch öfter mal eine Platte mißlang, fanden sich selbst auf den schlechten LPs der mittleren Phase Perlen. Hätte man ihn abgeschrieben, wäre das auf jeden Fall zu früh gewesen.

 

9. Adam Green, Ryan Adams, Michael Stipe, Richard Ashcroft und Co. - kaum ein aktueller Songwriter, der Dylan nicht als Referenzquelle ansieht. Gut ist allerdings, daß für jeden von ihnen ein anderes Werk und andere Songs zur Initialzündung wurden. Was dann dafür spricht, daß Dylan für alle halbwegs intelligenten Menschen etwas bietet. Daß er mit vielen Liedern auch Dumpfbacken erreichte, die dann an seinen Lippen hingen, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen.

 

10. Viele Freunde hat Kinky Friedman nicht - aber die, die er hat, sind ein an Eigenwilligkeit nicht zu überbietendes Grüppchen: Willie Nelson, Chinga Chavin oder auch Bob Dylan, dessen Lederjacke Friedman auf Tourneen immer trug; solche Menschen lassen sich nicht in Schubladen zwängen. Ein Texaner? OK, dann ein "Texas Jewboy" (Friedman). Ein Christ? OK, dann einer, dem Jesus auf dem Herrenklo begegnet und ihm ein geweihtes Konterfei als Papierersatz anbietet (Chavin). Ein Country-Sänger? OK, dann einer, der Joints raucht, Reggae-, Jazz- und Bluessongs einspielt (Nelson). Ein Hippie? OK, dann einer, der mit dem Flammenschwert durch das Gänseblümchenfeld marschiert (Dylan).

 

Manfred Prescher

 

 

10 Gründe, Bob Dylan zu hassen

 

Natürlich gibt es nahezu unendlich viele Gründe, Bob Dylan zu hassen - und keiner davon ist falsch. EVOLVER-Herausgeber Peter Hiess hat sich dennoch auf die zehn wichtigsten Kritikpunkte an der größten musikalischen Katastrophe der vergangenen fünf Jahrzehnte konzentriert.

 

1. Er ist keineswegs der große amerikanische Literat und Dichter, als den ihn seine Apologeten immer ausgeben wollen. Robert Allen Zimmerman, geboren 1941 in Duluth, Minnesota, eignete sich zu Beginn seiner Karriere den Namen eines Literaten oder einer Figur aus einer TV-Serie (actually, who the fuck cares?) an und begann Lieder zu schreiben. Deren Texte sind auch nicht klüger oder unsterblicher als die der meisten Liedermacher, die es unglücklicherweise auf dieser Welt so gibt. Zum Beispiel: "They´ll stone you when you’re playing your guitar/Yes, but I would not feel so all alone/Everybody must get stoned" - billigste Hippielyrik. Oder: "Queen Mary, she´s my friend/Yes, I believe I´ll go see her again/Nobody has to guess/That Baby can be blessed/Till she finally sees that she´s like all the rest/With her fog, her amphetamine and her pearls“ - Say what? Zuviel LSD eingeworfen? Oder: "Grandpa died last week/And now he´s buried in the rocks/But everybody still talks about/How badly they where shocked" - ach, der arme Opa! Das muß der Robert wohl aus einer Schülerzeitung geklaut haben ...

Alle drei Textbeispiele stammen übrigens von Dylans angeblich bester LP "Blonde On Blonde". I rest my case.

 

2. Die breite Masse des musikhörenden Dummvolks ist aber nicht einmal soweit gekommen, sondern ohnehin bei unsäglichem Dreck wie "Blowin´ In The Wind" hängengeblieben. Damit ist Bob Dylan schuld an zahllosen verdorbenen Parties, bei denen sich irgendein Hippie-Untalent mit der Wandergitarre ans Lagerfeuer - oder auf den Boden vors Sofa - hockt und "The answer, my friend ..." zu schnarren anstimmt. Und das ist unverzeihlich, in alle Ewigkeit, amen.

 

3. Ach ja, die Stimme - dieses katastrophale selbstmitleidige und zugleich arrogante Quengeln, das sich schon bei den ersten Takten eines Dylan-Songs ins gequälte Hirn des Hörers frißt und automatisch den Griff zum Auschaltknopf oder zur Schußwaffe auslöst. Dieser absolut quälende, als Jammerei getarnte US-Musikimperalismus in seiner allerschlimmsten Form, der heute noch die Schablone für eine Lawine von Tondreck ist. Diese Stimme! Sowas kann nicht einmal eine Mutter lieben.

 

4. Womit wir gleich bei den Epigonen wären, deren es bis ins Jahr des Herrn 2008 viel zu viele gibt. Jeder zweite Nachwuchsmusikant, der eine Gitarre halten kann und das Maul vors Mikro bringt, gibt bei Interviews an, Bob Dylan (eventuell auch noch Neil Young, aber das ist eine andere - und auch sehr grausliche - Geschichte) zu verehren und nur dank seines Vorbilds Singer-Songwriter geworden zu sein. Und dann legen sie los, bannen ihr schwuchteliges, eierloses Geraunze auf Tonträger, in allen Sprachen, gern aber auch in schlechtem Englisch, und verlassen sich darauf, daß sie bei der frustrierten Musikjournaille schon gut ankommen werden.

 

5. Besagte Plattenrezensenten, Rock- und Pop-Schreiberlinge fallen ja auch wirklich immer wieder auf denselben Mist rein. Wenn sie alt genug (= zu alt) sind, haben sie in ihrer verkommenen Jugend - in der sie von Musik ebenfalls keine Ahnung hatten - Dylan gehört, damit ihre eigene Unfähigkeit gerechtfertigt gesehen ("Wenn der berühmt wird, ist unsere verlorene, verlogene Generation doch nicht so verloren und verlogen ...") und beschlossen, ihn als Götzen anzubeten. Wenn sie jedoch der Generation angehören, die ihn DAMALS nicht selbst erleben mußte, haben sie den Kult einfach von ihren Vorgängern übernommen, weil sie hofften, mit der Drecksmusik auch einmal irgendwelche eingerauchten Mädchen ins Bett zu kriegen.

 

6. Two words: Joan Baez.

 

7. Immer wieder hört man, Bob Dylan habe für den Folk soviel getan, habe ihn gesungen, ob akustisch oder elektrisch, gesammelt und für die Nachwelt gerettet. Na und? Wer braucht diese beschissene Volksmusik schon? Warum sollen wir uns hierzulande amerikanische Cowboy-Hadern, Baumwollfeld-Gstanzeln und Inzuchtschlager aus der tiefsten Südstaatenprovinz anhören, die ohne Dylan und Konsorten gerechterweise längst in Vergessenheit geraten wären? Wir lehnen ja mit Fug und Recht auch den "Musikantenstadl" und all die alpine Joglmusik ab, die sich bei uns als Volkskultur ausgibt, also pfeifen wir doch bitte auch auf die musikalische Vergangenheit der Amis. Und wenn wir schon dabei sind - auf die der Zuluneger, Albaner, Nordchinesen und anderer Volksgruppen genauso. Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und haben eine eigene Musik verdient, also löschen wir endlich diese dauernd heraufbeschworene Ewiggestrigkeit mit ihrer "Authentizität", "Spiel- und Lebensfreude" und dem ganzen anderen Ethno-Dreck. Schaltet die Maschinen ein! Und verbietet Ungustln wie dem Bob Dylan das Sammeln, das sowieso eine zutiefst banale und traurige Tätigkeit ist.

 

8. Natürlich kommen selbst dem kritischen Musikhörer gelegentlich Coverversionen von Dylan-Songs unter. Das heißt aber noch lange nicht, daß die Originale gut sind - sondern einfach, daß sie so präsent sind, daß manche Musiker leider glauben, nicht um sie herumzukommen. So haben sich etwa die frühen XTC an "All Along The Watchtower" versucht, das schreckliche Lied aber noch mehr zerhackt und zerstümmelt als einst der alte Hendrix, sodaß man darüber lachen konnte. Und Guns N´Roses zeigten, daß man aus "Knockin´ On Heaven´s Door" eine ganz ordentliche Hardrock-Nummer machen kann, wenn man das Hippie-Pathos rausnimmt und durch laute Gitarren sowie Axlsches Kreischen ersetzt. In beiden Fällen ist die Neufassung übrigens besser als das zugrundeliegende Dylan-Geseier. Aber das brauchen Sie selbst nicht nachzuprüfen, sonst wird Ihnen nur schlecht.

 

9. Was man auch immer hört, wenn es um Dylan geht: Man darf ihn nicht an seinen Fans messen, nicht mit den Leuten identifizieren, die ihn vereinnahmen. Aber natürlich darf man - muß man sogar. Genau diese Leute sitzen nämlich heute an den Schalthebeln der Macht, sei es nun in Politik, Wirtschaft oder Kultur. Und während sie die Welt in einen zentral kontrollierten Sklavenstaat verwandeln, haben sie sich für ihre vorgeblich so alternative Elite-Kultur auf den kleinsten musikalischen Nenner geeignet: Bob Dylan. Wer ein bissl mehr zu verstehen glaubt, nennt dann auch noch Neil Crosby-Stills-Nash-Young, die Byrds oder Gram Parsons, all diesen angeblich so melodiösen, harmonischen Blumenkinder-Müll, der endlich einmal durch einen großen Regen aus den Boxen gespült werden sollte. Lesen Sie sich nur einmal die Namen jener Leute durch, die Dylan für einen der größten Musiker des 20. Jahrhunderts halten - und Sie werden eine Liste des feindlichen Lagers vor sich haben. Bob Dylan ist die Verkörperung der Hippie- und 68er-Mafia, die alles daran tut, uns in ihrer glorifizierten Vergangenheit einzusperren, während sie draußen eine schöne neue Welt mit hohen Stacheldrahtzäunen für uns errichtet. Legt an - Feuer!

 

10. Zu böser Letzt hat Bob Dylan auch noch einen äußerst schädlichen Einfluß auf Hollywood. Er ist beispielsweise daran schuld, daß ein mehr als ordentlicher Peckinpah-Western ("Pat Garrett jagt Billy the Kid") durch seine Musik und seine schauspielerisch grauenhafte Anwesenheit ziemlich versaut wurde. Weiters hat er die göttliche Cate Blanchett dazu gebracht, ihn in dem Film-Machwerk "I´m Not There" (wenn´s nur so wär´ ...) darzustellen, was aus der ganzen Göttlichkeit gleich ein ordentliches Eck rausgebrochen hat. Und dann wäre da noch Heath Ledger: Den hat garantiert nicht die Peinlichkeit als Homo-Kuhbub in "Bareback Mountain“ unter die Erde gebracht, auch nicht die ach-so-traumatisch-psychopathische Darstellung des Joker im kommenden Batman-Epos, sondern nur seine Mitwirkung in besagtem Dylan-Biopic. Da wäre jeder tödlich deprimiert ...

 

Peter Hiess

Peter Hiess & Manfred Prescher

I´m Not There


USA 2007

135 Min.

Regie: Todd Haynes

Darsteller: Christian Bale, Cate Blanchett, Heath Ledger u.a.

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Kommentare_

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trin - 11.03.2008 : 21.53
Also spätestens nach der Kritik, wär Dylan die Stimme weggeblieben!
Also frag ich mich, warum haben sie, Herr Hiess, die Kritik nicht schon umsoviel früher geschrieben und der Welt all das Leid erspart??
Peter Hiess - 12.03.2008 : 13.37
Ach was, ich schreibe das ja schon lange - und ich bin nicht der einzige. Aber anscheinend hat das dem Dylan noch keiner vorgelesen ...
Vielleicht nimmt sich jetzt jemand ein Herz und läßt ihm eine Übersetzung zukommen. Jeder Tag, den Bob Dylan früher aufhört, ist ein gewonnener Tag!
präsident - 13.03.2008 : 21.37
ja herr hiess
ja herr hiess
ja herr hiess
ja herr hiess
sie haben immer recht


Peter Hiess - 13.03.2008 : 23.55
O ja - da haben Sie recht.
trin - 15.03.2008 : 20.02
Irgendwie schwingt im Kommentar vom sogenannten Präsidenten, ein gewisser negative-entnervter Unterton mit, finden sie nicht Herr Hiess... Ich glaube, ich kann seinem Urteil, ihre Person betreffend, nicht wirklich trauen...
Peter Hiess - 16.03.2008 : 09.47
Das mag schon sein, liebe(r) trin - aber da handelt es sich wahrscheinlich um die billige Ironie der kleinen Leute. Und der darf man naturgemäß nur mit allergrößter Ernsthaftigkeit begegnen ...
trin - 16.03.2008 : 10.27
Man kann dem schlechtesten Scherz mit größter Ernsthaftigkeit begegnen, trotzdem ist das Image unwiederbringlich angekratz...
Peter Hiess - 16.03.2008 : 11.13
Welches Image, um Himmelswillen? Und warum sollte das angekratzt sein? Nur weil jemand ein bißchen halblustigen Dreck um sich wirft und hofft, daß irgendwas davon an der Hausmauer kleben bleiben wird? Wie sagte schon Karlsson vom Dach? "Das stört keinen großen Geist." Und der nächste Regen kommt bestimmt ... und wäscht wieder alles weg.
trin - 16.03.2008 : 13.14
Es ist mehr als erfreulich zu sehen, daß es noch Leute gibt,die mit Kritik umzugehen wissen, auch wenn die Angriffe , zugegeben, mehr als nur halbherzig waren.. Aber: Was erwartet man auch von einem selbsternannten Präsidenten??
Zu denken sollte uns eher geben, daß hier wirklich niemand EIN gutes Wort für Dylan hinterlassen hat!
Aufschrei an die Nation: Man verteidige Dylan, allein deswegen, weil wir was zum Fressen brauchen!!!!
Aber vielleicht haben sich seine Fans ja alle bei den ersten 10 Lobhymnen sowas von verstanden gefühlt, daß sie es nicht für notwendig hielten die "Grabes"-Rede von Herrn Hiess zu beachtet!
Schließlich kann es einfach nicht sein, daß es keine Befürwortet gibt, ansonsten müsste ich an der Fairness der Schulbildung zu zweifeln beginnen, wo man Jahr um Jahr mit seinen Schnulzen gequält wurde, weil sie ja schon fast zum Weltkulturerbe gehören!!
Manfred Prescher - 17.03.2008 : 15.22
Wieso sollte irgend jemand in mitten dieser Hasstiraden ein gutes Wort für Dylan einlegen? Dem dürfte das wütende Rabaukentum von Herrn Hiess zünftig am Arsch vorbeigehen. Ist eh viel Lärm um nichts, schließlich ihandelt es sich ja um ziemlich emotionale Äußerungen - und wer wird denn anderen Leuten die Gefühle verbieten? By the way: Es ist schon mehr Quark auf dieser Welt getreten worden, aber kaum so schön zu lesen in seiner sprachlichen Raserei.
Ich will aiuch gar kein Wort darüber verlieren, dass sich die Verstiegenheit des Herrn H, prima lesen lässt. Mich interessiert viel mehr, was denn "unsere" Musik des 21. Jahrhunderts sein soll, die da eingefordert wird. Uns wenn mit "uns" - wovon ich doch ausgehe - Österreich gemeint ist, das im Qualtingerschen Sinn bis heute unterentwickelt ist, dann ist mir zumindest jedes Bluesnegerl aus Alabama lieber. Ich lass mich aber gern belehren.
Peter Hiess - 17.03.2008 : 15.43
Eigentlich hätte ich angesichts des obigen Kommentars ja am liebsten gleich auf "Löschen" gedrückt - weil ich finde, daß redaktionsinterne Diskussionen nichts in den Kommentaren verloren haben, zumal der Autor ohnehin im Artikel Gelegenheit hatte, seine Meinung zu äußern. Aber andererseits finde ich es ja witzig, daß mir da "wütendes Rabaukentum" und "Verstiegenheit" unterstellt werden, so wie es immer ganz heiter ist, wenn man mit religiösen Fanatikern (also: Dylan-Anbetern) diskutieren darf/muß/soll. Nur: Mit "uns" ist natürlich nicht Österreich gemeint, und Österreich ist natürlich nicht unterentwickelt, in keinem Sinne, auch nicht dem Qualtingerschen (Hat Qualtinger Dylan gehört? Oder ist er lieber gleich gestorben?), sondern eben auch nur ein Opfer des langweiligen US-Musikimperialismus. Wie soll das 21. Jahrhundert denn (musikalisch) beginnen können, wenn die Kritikermafia hilflos in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts festhängt.
Ich füge meiner Analyse also noch einen Punkt hinzu: Es gibt nahezu unendlich viele Gründe, Bob Dylan zu hassen - aber nur einen, ihn zu lieben: die totale Verblendung.
In diesem Sinne: "Si änsssaa, mei freend usw."
trin - 18.03.2008 : 22.09
Also ich für meinen Teil, Herr Hiess, bin mir bei den letzten 2 Kommentaren ja nicht mehr so wirklich sicher, ob es auch tatsächlich noch um Dylan gegangen ist...
Aber ich schließe mich ihrer Meinung an und finde eine sogenannte "Live"-Diskussion der Kontrahenten viel interessanter, als den Artikel selbst! (Emotionaler)
Peter Hiess - 18.03.2008 : 22.51
Da mögen Sie schon recht haben, liebe(r) trin - aber irgendwann muß auch wieder Schluß sein. Sonst landet der Dylan noch in 20 Jahren auf Illustrierten- und Netzzeitschriften-Covers, wie heute der alte Hitler, der scheinbar jede Woche was Neues angestellt hat. "Those who don´t remember the past, haben ein Glück", wie schon ein sehr weiser Mensch (wahrscheinlich Dr. Trash) sagte. Lassen wir Bob Dylan also in Frieden ruhen - wenn er´s nur endlich täte. Es grüßt: PH
Davey Moore - 29.06.2009 : 23.42
Bob Dylan ist einer der besten Songwriter des letzten Jahrhunderts(wenn nicht sogar der Beste, aber das sei mal dahingestellt). Nicht nur auf der reinen inhaltlichen Ebene seiner Songs(Lehrstück: -> ITS ALLRIGHT MA; bin ja sowieso der Meinung ihn als einen der Beatniks anzusehen! Diesen Troubadour!), sondern auch auf der musikalisch/melodischen Schiene fährt er noch fasst davon, außerdem ist Dylan einer der besten Arrangeure von Instrumenten und deren Einsatz (->Dröhte in HIGHWAY 61 unverschämt einfallsreich, meint ihr nicht?). Und was war das mit ALL ALONG THE WATCHTOWER?
(-> Mundharmonikaspiel, hallo? X)
when the wind begins to howl...)
Gut okay, seine Stimme war nicht geölt, aber das ist menschlich und macht es um so ehrlicher, nicht allerdings sie zu verstellen, aber meine Güte, wir sind eben nicht alle so begabt in der Stimmvariation.(Am Anfang hat sie verstellt, FIXIN TO DIE B) )
Dylan ist einfach genauso klassisch geworden wie die Beatles, Stones etc. Ihn zum Propheten abzustempeln ist zwar greifbarer als Mohammed oder Jesus, aber das hat er nicht verdient-in solche Pfützen geschubst zu werden, wer immer es für nötig hält soll es machen, aber nicht losheulen wenn er zum regelrechten Melancholiker wird .
In einem besseren Sinne ist besonders der 6oer-Bob für viele ein Mensch, der Ansichten mit seinen Bewunderern teilt.

dylan-symphatisant
Hörbert - 28.08.2009 : 11.57
Hallo Evolver,

bin grad beim Stöbern durch Euer Portal auf das hier gestoßen. Was für eine vertane Chance, sag ich, der Dylan weder hasst noch liebt. Der eine Autor will in vorauseilendem Gehorsam die Argumente des anderen aufnehmen und bleibt brav. Der andere hat aber keine Argumente zu bieten und bleibt einer Oberfläche. Braves Schaf gegen blinden Stier - das Ergebnis ist ein eher maues 0:0. Mein Vorschlag: Der eine sollt sich informieren, der andere eine eigene Meinung kundtun. Dann klappts auch mit der Auseinandersetzung.
Ansonsten ist evolver echt gut. Das liegt meiner Meinung nach an den beiden Herren hier.
Hörbert
Peter Hiess - 28.08.2009 : 12.45
War ich jetzt der Uninformierte oder der ohne eigene Meinung? Nicht, daß das bei einem von uns beiden Autoren stimmen täte - aber die Streiterei um diesen langweiligen Dylan wollen wir jetzt auch gar nicht mehr aufnehmen. Jedenfalls: Die Meinung dazu hätte ich ja - und Informationen mehr als genug, soviel jedenfalls, wie ich als überzeugter Dylan-Hasser brauche. (Wenn Sie allerdings meinen, ich sollte mich besser informieren, dann würde ich Bob Dylan auch zu schätzen wissen, dann irren Sie: Über den könnte ich mehr wissen als er selbst, und er wäre mir immer noch ein Greuel.) Schade ist zum Beispiel, daß diese blöden Hippie-Lieder einem fast auch noch den ansonsten großen "Watchmen"-Film versaut haben. Bigger than Jesus? Nie. Uglier than Hitler? Auf jeden Fall. Es grüßt: P. Hiess

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