Stories_Rokko´s Adventures im EVOLVER #97

Mondo Josefstadt

Was hat jemand wie Tav Falco ausgerechnet im verträumt-langweiligen Wien verloren? Thomas Fröhlich ermittelte im Auftrag von Team Rokko und traf den einstigen Gitarrenzerstückler im Café Landtmann zwecks Plauderei.    16.11.2016

Rokko´s Adventures ist - so steht es im Impressum - eine "unabhängige, überparteiliche sowie übermenschliche Publikation" und "setzt sich mit Leben, Kunst, Musik und Literatur auseinander". Der EVOLVER präsentiert (mit freundlicher Genehmigung) in regelmäßigen Abständen ausgewählte Beiträge.

 

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Tav Falco ist den meisten wahrscheinlich als musizierender Voodoo-Rockabilly-Dandy ein Begriff. Seine Band Panther Burns rangiert in den Pop-Annalen gleich neben den Cramps. Doch daß der Mann aus Arkansas auch ein gefeierter Photograph, Filmemacher und begnadeter Tangotänzer ist, wissen schon weniger Menschen. Und daß er seit Jahren als Wahl-Wiener in der Josefstadt lebt und wirkt, hat sich grad einmal in seinem - allerdings recht großen - Freundeskreis herumgesprochen. ROKKO´S ADVENTURES, das Magazin für uferlosen popkulturellen Wissenszuwachs, ändert dies nun.

 

Es ist ein nächtliches, traumverlorenes, dekadent-schönes Wien, in das die junge Amerikanerin Gina Lee (Via Kali) im Film "Urania Descending" gerät. Der in der traurigen Realität von sommerlich entblößten Bierwampen, flächendeckend hinkackenden Hunden und brüllenden, unerzogenen Kleinkindern entweihte Stadtpark mutiert hier zum verzauberten, an Henry James gemahnenden Garten. Eine Touristenfalle wie das Café Central erinnert plötzlich wieder ans Traditions-Kaffeehaus, das sein Namensvetter vor etwa 100 Jahren tatsächlich einmal war. Und die ganze Stadt wirkt dunkel, geheimnis- und verheißungsvoll.

Zumindest, wenn Tav Falco Regie führt.

Als "an interior dreamlike atmosphere" wird er die Stimmung des Schwarzweißfilms später beim Interview beschreiben, gleichsam als Gegensatz zu den ersten Szenen, die sich in einem trostlosen US-Suburbia zwischen Malls, letztklassigen Bars und Autofahrten entlang häßlicher Uferstraßen abspielen. Es ist ein Wien-Blick von außen, der auch Klischees zuläßt und unter Moderne eben jene von Otto Wagner, Hoffmann oder Klimt und nicht unbedingt die derzeitige Verfrankfurterung der Skyline oder die McDonaldisierung der Lebensentwürfe meint. "Urania Descending" ist ein fröhlich-abgründiger Mystery-Traum um eine Frau, die - vom American Way of Life enttäuscht - in der (ehemaligen) Kaiserstadt landet, um hier verrucht-beglückende Abenteuer zu erleben, oder, wie der kanadische Filmemacher Guy Maddin meint, "ein weiteres funkelndes, gleichzeitig verrußtes Juwel in der karfunkel- und schildplattfärbigen Karriere des überaus produktiven Bruchwasser-Décadents Tav Falco".

Und auch wenn besagter Film zwischen herzhaftem Trash und hehrem Kunstanspruch schwankt - dem sehr gemischten Publikum bei der Premiere im Wiener Metro-Kino gefällt´s. Es gibt Standing Ovations von Jägerleinen-Trägern, konservativ gekleideten Damen mittleren Alters aus den sogenannten "guten" Bezirken und vereinzelt zu sichtenden Tav-Falco-Fans in einschlägigen T-Shirts, Lederjacken und Vintage-Sakkos. Auch Falcos kurze Tango-Tanzdarbietung mit Hauptdarstellerin und Ehegattin Via Kali vor dem Film wird begeistert beklatscht. Im "Bezirksblatt" selbigen Tages durfte man auch ein Photo des Filmemachers bewundern, angetan mit Hut und braun kariertem Sakko, darunter mit dem Text "Rockstar aus der Josefstadt" versehen, inklusive eines Hinweises auf die dräuende Filmpremiere des "großen Sohns des Bezirks". Daß es in besagtem Film, der mit einer Ruderboothatz (!) um einen versunkenen Nazi-Schatz im Attersee endet, zum Teil recht deftig zugeht, scheint niemanden zu stören.

Tav Falco, der neue everybody´s darling?

 

 

Einige Wochen später treffe ich den Musiker, Filmemacher, Tangotänzer und Workaholic Tav Falco zum Interview im Café Landtmann. Es ist etwa 14 Uhr - und es sei Zeit für ein Glas Sekt, meint er.

Landtmann? Nachmittag? Sekt? Das soll Rock´n´Roll sein? Von Sex und Drugs red´ ich gar nicht. Seine Kleidung erinnert ein wenig an eine Rockabilly-Version von Bryan Ferry: selbstverständlich Anzug und Krawatte, edles Tuch, hervorragend ausgeführt, dunkel, ein wenig grün, ein wenig rot, und eine gepflegte Frisur inklusive elvisesker Haartolle, die wohl auch nach einem Tsunami nur unwesentlich verändert wäre. "I have got beautiful thoughts. Why should I dress like a slob?" wird er mir irgendwann an diesem Nachmittag noch erklären.

Nach dem rituellen Zuprosten und ein wenig Smalltalk stelle ich ihm die erste Frage ("Warum Wien?"). Und dann beginnt Tav zu reden. Und je länger er spricht, desto mehr stelle ich fest, daß ein Nachmittag im Landtmann tatsächlich mehr mit Rock´n´Roll zu tun haben kann als etwa ein nächtliches Treffen mit tätowierten Halbstarken im zwangsversifften Arena-Café.

 

"Wien ist wunderbar. Ich lebe seit 2004 in der Lange Gasse, dort gibt´s Häuser und Höfe, die sehen genauso aus wie bei dem österreichischen Charles Dickens, diesem Arthur Schnitzler. Ich hab´ Theater in der Nähe, wie etwa das English Theatre. DJ Elk wohnt um die Ecke. Es gibt hier eine unglaublich kulturelle Dichte und Vielfalt. Vienna is a kind of fairy tale. A dream. I feel comfortable here. Die künstlerischen Kontakte, all das. Das hervorragende Essen - das ist wie in Frankreich. So etwas gibt es in den USA nicht mehr, außer in sehr großen Städten, und dort zu Phantasiepreisen. Ich hoffe, daß Europa bei TTIP und derlei standhaft bleibt. Der Wirtschaftskrieg, den Monsanto und Co. von den USA aus führen, ist ein Krieg um die Weltherrschaft. Wien ist eine herrliche Stadt, um in ihr zu leben. Wie Paris, Triest - meine Vorfahren kommen ja aus Italien -, Venedig. Europäische Städte sind im besten Sinne modern, im Gegensatz zu den meisten amerikanischen. Ich habe 17 Jahre in Memphis gelebt. Wird immer einen Platz in meinem Herzen haben (sein vor kurzem erschienener, recht eigenwilliger Stadtführer "Mondo Memphis" ist da ein guter Beleg, Anm d. Autors). Aber zurückgehen könnte ich nicht mehr. Ich stamme aus einem Hinterwäldlerkaff in Arkansas - dort gab´s nur eines: TV. Ich sah zwar damals großartige Filme im Fernsehen, wunderbare Bikerfilme etwa, die heute keiner mehr kennt - aber ich weiß, was ich nie mehr will: genau sowas. Ich mag Städte, richtige Städte. Den Austausch, die Künstler, die Möglichkeiten. I am a citizen of the cosmos drawn to cities: feel the fabric of life ..."

 

An dieser Stelle unterbreche ich jetzt einmal Tavs Redeschwall der geschätzten Leserschaft gegenüber und lasse kurz die Pop-Historie zu Wort kommen.

 

Geboren Mitte des vorigen Jahrhunderts unter dem Namen Gustavo Falco als Sohn italienischer Einwanderer und aufgewachsen in den Backwoods der US of A, startete er seine künstlerische Karriere als Tav Falco 1973, als er ins mythenverhangene Memphis, Tennessee, ging, um Filmdokumentationen über legendäre Blues-Musiker zu drehen. Die Initialzündung, selbst Musiker zu werden, fand während der Produktion zu besagter Filmserie statt.

Im wahrsten Sinne berauscht von der vorgefundenen Atmosphäre, erklomm Tav eines Tages die Bühne eines Hinterzimmer-Blues-Tschocherls, erkämpfte sich eine Gitarre und zerstückelte diese während eines als eher harsch zu bezeichnenden Auftritts mit einer Kettensäge. De facto war dies die Geburtsstunde des prototypischen Tav-Falco-Sounds, eines Rituals aus verschrammtem Blues, hingerotztem Punk, räudig rumpelndem Rockabilly und schwärzesten Hoodoo/Voodoo-Zutaten, die eher dem Necronomicon als dem Great American Southern Songbook entnommen sein dürften.

So richtig in Fahrt gekommen, gründete Tav 1979 mit Alex Chilton und James Luther Dickinson seine erste Band Tav Falco´s Panther Burns, bekannter unter der Kurzbezeichnung Panther Burns. Gemeinsam mit den Cramps, mit deren Frontman Lux Interior ihn eine lose Freundschaft verband, und dem ebenfalls für gepflegte Exzesse berüchtigten Gun Club (Jeffrey Lee Pierce!) etablierten Panther Burns eine hemmungslos psychedelisch-trashig verschliffene Spielart von Rockabilly, Blues und, ja, Country, die aber in weiterer Folge auch Annäherungen an begnadete Crooner wie Dean Martin nicht ausschloß und Inspirationsquelle für unzählige Bands von The Fall bis hin zur Jon Spencer Blues Explosion werden sollte.

1981 nahm Tav sein erstes Album "Behind the Magnolia Curtain" auf, das durchwegs ausgezeichnete Kritiken bekam. Daraufhin ging der frischgebackene Bandleader nach New York, wo er seine EP "Blow Your Top" auf Animal Records herausbrachte. Inzwischen umfaßt seine Diskographie, nicht nur mit Panther Burns, deren Besetzung regelmäßig wechselt, an die 30 Tonträger. Sein aktuelles Album "Command Performance" ist dieser Tage bei Twenty Stone Blatt Records erschienen. Seit den 80er Jahren gibt er regelmäßig Konzerte diesseits und jenseits des großen Teichs. Erst im April 2015 tourte er erfolgreich durchs Land seiner Ahnen, Italien. Zudem spielte er Nebenrollen in (Musik-)Filmen wie "Highway 61" oder "Great Balls of Fire".

Zusätzlich drehte er seine eigenen Filme. Im Memphis der Mittsiebziger gründete er mit Gleichgesinnten das Nonprofit-Video/Film-Kollektiv Televista art-action. "Da waren Poeten, Filmemacher, Musiker dabei", erinnert sich Tav. "Und ich hatte damals einen Job als Photograph, unter anderem für ein Filmstudio. Ich bewunderte den Schwarzweiß-Photokünstler William - Bill - Ecclestone sehr. Eines Tages fuhr ich so mit meinem Motorrad herum, da sah ich ihn grad aus seinem Haus kommen. Ich sprach ihn an, sagte ihm, daß ich an seiner Arbeit sehr interessiert wäre und von ihm gerne lernen würde. Sagte der: 'Hey, komm rein, laß  uns gleich beginnen!' Er lehrte mich, indem er einfach sagte: 'Mach' - und ich zeig´ dir, wie's geht!' "

Das Ergebnis dieses Lernens kann man übrigens in Tavs erstem Photoband begutachten - "mit lauter ikonischen Schwarzweiß-Photos aus jenen Tagen". Überhaupt ist dieses "learning by doing" ein roter Faden, der Tavs Leben von Kindheit an durchzieht. "Bei der Musik ist´s genauso. Erst kommt das Interesse, dann die Beschäftigung damit. Ich hab´ Gitarre gelernt, indem ich Charlie Feathers beim Spielen zugeschaut habe. Ich bin ein ziemlich ... rudimentärer Gitarrist." Er lacht. "Aber ich lerne immer noch. Beim Singen ist´s genauso. Ich hab´ ein paar Gesangsstunden bei einem black guy vom Broadway gemacht. Und danach immer weiter gelernt. Now I´m a singer. I have got a limited range, but within that range I can do a lot. Jetzt bin ich in Bestform. Das ist ein way of life, diese kontinuierliche Weiterentwicklung - da war nie ein Kalkül dahinter. Nur eine Vision."

Beim Filmemachen sei es genauso gewesen. "In Wien lernte ich Alexander Horwath kennen. Der ist Leiter des Filmmuseums bei der Albertina. Dort - im Filmmuseum - hab´ ich unter anderem Filme von Fritz Lang und Murnau gesehen. Großartig!"

 

 

Womit wir wieder bei Wien wären ...

 

"1987 war ich im Rahmen meiner ersten Europatour auch das erste Mal in Wien und habe im Messepalast gespielt. Wir kamen in einem Cargo-Van aus Spanien. Es war grausliches Wetter - daran erinnere ich mich jetzt noch. Wir waren Headliner ... und ich war ziemlich krank. Es war unglaublich noisig. Ich hatte eigentlich keinen guten Eindruck von unserer Performance, doch als ich Jahre später die Mitschnitte vom ORF bekam und hörte, dachte ich: Wow, that´s incredible! Richtig gut! Und das Label Stag-O-Lee brachte es dann heraus."

1989 saß Tav gerade auf der Veranda seines Hauses in einem Arbeiterbezirk in Memphis. "Das war cool - ich konnte direkt mit meiner Indian in den Eingangsbereich des Hauses fahren. Plötzlich tauchte ein Typ in einem Rollstuhl mit Motorradhelm auf. Das war Just Merit von der österreichischen Band Krüppelschlag. Er kam grad von den Survival Research Laboratories in San Francisco. Wir überlegten, gemeinsam einen Film zu machen." Aus dem wurde dann allerdings nichts. Dafür besuchte er Merit in den frühen 90ern in Linz und wohnte einige Monate bei ihm. "Jede Menge Parties, jede Menge Mädchen - war eine gute Zeit!"

Tav grinst recht bubenhaft und nippt am Sekt.

Zudem führte damals der Ö3-"Musicbox"-Redakteur Werner Geier mit ihm ein Interview, was letztendlich zu einer eigenen Radioshow für Tav führte: "Tav Falco´s Wild and Exotic World of Motion Picture Soundtracks". Der Name war Programm - und Tav durfte unter anderem endlich wieder seiner juvenilen Vorliebe für Biker-Movies frönen.

"Das brachte mich dann nach Wien." Wo er eine Zeitlang Couch-Surfing, unter anderem bei Tex Rubinowitz, betrieb. Irgendwann wurde er dann in der Lange Gasse seßhaft - "ein befreundeter Architekt kannte den Vermieter." Allerdings sollte der Aufenthalt nicht von Dauer sein. "1997 ging ich wieder in die Staaten zurück, was in jeder Hinsicht ein Fehler war. Ich war dort mit einer stark psychotischen Frau zusammen, was mich beinahe das Leben kostete." Details will Tav keine erzählen. "Belassen wir´s dabei: Es war crazy. Ich lebte in New York, L.A., an verschiedenen Orten in den USA. Und ich kriegte nichts auf die Reihe."

Anfang ´98 verließ Tav die Staaten und ging für einige Monate nach Buenos Aires, um Abstand zu gewinnen und endlich Tango zu studieren, "die Musik und den Tanz". Die Faszination am Tango hatte er schon vor langer Zeit entwickelt. Über New York, wo er die Band neu zusammenstellte, gelangte er nach Paris, wo er vier Jahre lebte. "Ein Record-Deal kam dort leider nicht zustande, aber dennoch geschah viel Gutes - und das sehr rasch. Ich wurde von der Cinémathèque Française eingeladen - die kauften alle Filme von mir und machten 2004 sogar eine Tav-Falco-Retrospektive." Er lernte eine Menge Künstler und Galeristen kennen: "Alberto Garcia etwa verwendet meine Musik zu seinen Videoinstallationen." Aber irgendwann stießen ihm zwei Dinge nachhaltig auf: "Das Londoner Mistwetter, das in Paris herrscht ... und die Mietpreise." Über Triest, Venedig und Prag ("Ich liebe Städte am Wasser!") führte ihn sein Weg 2004 wieder nach Wien. "Sogar im selben Haus in der Lange Gasse." Wo er bis heute geblieben ist und inzwischen mit seiner Ehefrau, der amerikanischen Schauspielerin, Tänzerin und Autorin Via Kali, zusammen lebt. Tav schwärmt: "Allein die Architektur! Otto Wagner! So elegant! Tiefgreifend! Wundervoll!"

 

Diese Vorliebe kommt nicht zuletzt in seinen Filmen immer wieder durch. "Ich orientiere mich auch gerne am Stummfilm und seiner Ästhetik, am seriellen Kino eines Louis Feuillade ("Fantomas", Les Vampires") etwa; dennoch beziehe ich mich in allem, was ich tue, auf die Gegenwart." Was ihn nicht daran hindert, seinen Vorbildern und Einflüssen ausgiebig zu huldigen. Und sie, wenn´s geht, ins Rampenlicht zu holen. Kenneth Anger, Underground-Ikone ("Scorpio Rising") und Publizist ("Hollywood Babylon"), spielt beispielsweise in Tavs Clip "Masque of Hotel Orient" mit, den der deutsche Regisseur Rainer Kirberg 1996 in Wien in besagtem Hotel in Szene setzte. "Kenneth residierte damals im Hotel Orient. Ich fragte ihn, ob er nicht Lust hätte. mitzumachen. Er antwortete: 'Nein, ich spiele prinzipiell nicht.' Ich sagte: 'Du brauchst nur in deinem Anzug dazusitzen und Tarotkarten zu legen - du bist ja schon da.' Hätte wahrscheinlich trotzdem alles nichts gebracht ... but he liked my bass player." Wieder dieses Grinsen.

Einige Jahre davor hostete Tav übrigens im Wiener Filmhaus Stöbergasse einen Herschell-Gordon-Lewis-Abend, bei dem auch der Schreiber dieser Zeilen anwesend war. Der Splatter-Kassiker "Blood Feast" wurde gezeigt, danach telefonierte Tav mit einem hörbar verschlafenen Lewis. Und zeigte - gleichsam als Bonus-Tracks - auch eigene Filme aus seiner Zeit in Memphis. Was das eher horroraffine Publikum vor Ort überhaupt nicht goutierte. "Na, die haben mich ausgebuht", erinnert sich Tav im Landtmann. "Aber besser sowas als gar keine Reaktion."

Das hat sich inzwischen geändert. Sein abendfüllender "Urania Descending" kam flächendeckend gut an; ein zweiter Teil, der in Monaco gedreht werden soll, ist schon in der Pipeline. Seine Konzerttouren sind sehr gut gebucht, als Sachbuchautor und Photograph ist er mehr als nur geachtet - und dennoch hat er sich in seinen künstlerischen Hervorbringungen das Charmant-Rumpelige seiner Anfangszeit bewahrt, auch wenn dies seine Vision bisweilen größer erscheinen läßt als ihre tatsächliche Umsetzung.

 

Im Landtmann gibt´s Kellner-Schichtwechsel, und auch Tav denkt langsam ans Gehen. Zurück in die Josefstadt. Pläne hat er genug, zudem muß er noch seine England-Tour vorbereiten. Er läßt sich von der Garderobiere seinen Mantel reichen, blickt sich noch einmal um und meint: "Great place!"

Ja, eh. Vor allem, wenn der Regisseur paßt. Und überhaupt.

Draußen beginnt es zu dunkeln. Wenn´s jetzt auch noch Schwarzweiß wird ... 

Rokko’s Adventures

aus: Rokko´s Adventures #16


Text: Thomas Fröhlich

Photos: Klaus Pichler

Links:

From Memphis with love - and a chainsaw

Tav Falco and Panther Burns


Er zerstückelte Gitarren mit der Kettensäge, ließ sich von den Straßen Wiens inspirieren und verwendete bereits Psychobilly-Elemente, bevor dieser Stil überhaupt richtig geboren war. Emmerich Thürmer entzündet das Lagerfeuer und berichtet über den morbiden Tangotänzer aus dem Hinterland.

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