Diane di Prima - Nächte in New York
ØØØØ
(Memoirs of a Beatnik)
Rogner & Bernhard (Hamburg 2002)
Literatur darf es sich in Sachen Porno nicht so einfach machen wie der Kunstfilm. Hier genügt es eben nicht, geile Bilder zu zeigen; hier gehören auch die Genre-Klischees gebrochen. 11.11.2002
Außerhalb Frankreichs ist literarische Pornographie nicht gerade ein häufiges Genre. Umso erfreulicher, daß Diane di Primas "Memoirs of a Beatnik" nun auch auf Deutsch erhältlich ist. Hierzulande erscheint der Roman aus dem Jahre 1969 allerdings unter dem Titel "Nächte in New York" - aus gutem Grund, da es sich erstens um keine Memoiren handelt und zweitens die Beatnik-Szene bis fast zum Schluß gar nicht auftritt.
Natürlich kann das Buch dafür mit allen Charakteristika des Pornogenres aufwarten, die da wären: kein richtiger Plot, flache Figuren, die zwar kein Innenleben, dafür aber umso mächtigere Geschlechtsteile aufweisen, und endloser Sex in allen nur erdenklichen Positionen. Auf den ersten Blick also Massenware, wäre da nicht eines: Die "Nächte in New York" sind blendend geschrieben, in einer kalkuliert coolen und ökonomischen Prosa - und die typische Hardcore-Monotonie wird mit viel Ironie durchbrochen. Diane di Prima macht sich über ihre Leser lustig; unter der Überschrift "Was ihr gerne lesen würdet" erfindet sie eine wilde Orgie, um dann zu erzählen, wie es wirklich war: deprimierend und kalt. Übrigens - das Buch erschien damals in der Pariser Olympus Press, jenem Verlag, der auch Nabokovs "Lolita" und Henry Millers "Sexus" (damals noch unter Obelisk Press firmierend) veröffentlicht hat.

Diane di Prima - Nächte in New York
ØØØØ
(Memoirs of a Beatnik)
Rogner & Bernhard (Hamburg 2002)
Eine Autofahrt mit Thomas Fröhlichs neuem Hörbuch "Das Geheimnis des Illusionisten" ist gleichermaßen unterhaltsam wie lehrreich. Dennoch sei gleich einmal davor gewarnt: Der Ausflug ins Reich zwischen den Welten von Arthur Conan Doyle und Howard Philips Lovecraft kann teuer zu stehen kommen.
Eine ordentliche Portion Zombies und Geister, ein Rudel Werwölfe, eine Prise Vampirismus, das Ganze abgeschmeckt mit Blut und Gedärm und appetitanregend dekoriert mit Serienmeuchlern und Folterknechten: Das Ergebnis heißt "Horror" und ist das Filmbuch, auf das wir schon lange gewartet haben.
"Literatursalon im Gemeindebau" heißt eine Veranstaltung des Theaters Rabenhof. Große Namen aus der Schreiberzunft - wie Chuck Palahniuk - und unfade Literatur werden so vom 11. September bis zum 5. Dezember in einem Veranstaltungsreigen versammelt.
Horror, Thrill, Humor: Mit den sommerlichen Hörbuch-Tips spielen wir ordentlich Gefühlsklavier - und das insgesamt 1722 Minuten lang. Außerdem haben wir etwas zu verschenken. Aber lesen Sie selbst.
Auch ein Perry Rhodan hat gelegentlich Sex - aber von Verhütung keine Ahnung. Das Ergebnis des außerehelichen Gspusis ist der "Sternenbastard". Und der spielt die Hauptrolle in einer höchst unterhaltsamen Hörbuchserie.
Bereits zum zweiten Mal darf der EVOLVER zu einer Veranstaltungsreihe im Pathologisch-anatomischen Bundesmuseum, besser bekannt als "Narrenturm", laden. Freunde des Ab- und Jenseitigen werden auch diesen Sommer nicht zur Ruhe kommen.
Kommentare_