Stories_Boll, Boll - und nochmal Boll

Dreierlei Schlachtplatte

Diesen Regisseur sollte man im Auge behalten, hieß es im EVOLVER. Movie-Masochist Andreas Winterer, der Mann ohne Nerven, hat sich deshalb gleich dreimal ins Kino gewagt.    20.12.2007

Keine Ahnung, wie er das geschafft hat, aber er hat´s geschafft: Uwe Boll hat derzeit gleich drei Filme in den Kinos. "Eilig abgekurbelt" ist das Wort, das seine Herangehensweise an die Magie des Kinos wohl am ehesten beschreibt. Aber halt: Nachdem wir vom EVOLVER die Videospiel-Adaptionen "House of the Dead" und "Alone in the Dark" als unterirdisch schlecht erlitten hatten, fiel uns bei "Bloodrayne" eine leichte Verbesserung auf. Ich ging also mal wieder ins Kino, um mir den aktuellen Stand seiner filmischen Fertigkeiten anzusehen. Die Frage aller Fragen dabei: immer noch tumbes Boll-Werk oder schon Bollinger?

 

Ein Königreich für eine Waldnymphe: "Schwerter des Königs"

 

Leider hat J. R. R.Tolkien nur drei Teile "Herr der Ringe" geschrieben. Und weil der ganze andere Hobbit-Krampf sich nicht für Abschlacht-Epen eignet, gucken Fantasy-Fans in die Röhre beziehungsweise Harry Potter an, und der wird ja auch immer schlechter. Da kommt die Verfilmung des Hack´n´Slay-Rollenspiels "Dungeon Siege" scheinbar gerade recht. Dummerweise klingt die Story leider so einzigartig wie ein geklonter Teebeutel: Im Fantasy-Königreich Ehb hängt ein deutlich zu alt gewordener König namens Konreid herum. Der ist eigentlich ganz in Ordnung, doch der böse Zauberer Gallian will ihm aus nicht näher benannten Gründen plötzlich ans Leder. Dazu verzaubert er die tierhaften Krugs, eigentlich eher harmlose Monster, und hetzt sie gegen das Königreich. Problem Nummer zwei: Weil kein Thronfolger greifbar ist, giert auch sein mißratener Neffe Fallow nach dem Sessel der Macht. Nur gut, daß der Held wider Willen bereits auf dem Weg ist, hier mal aufzuräumen ...

Das alles könnte man als gut geklauten Kintopp durchgehen lassen, hätten die Macher ihre Story nicht so lausig erzählt. Eine knappe Stunde mittelmäßiger Szenen mit spröden Dialogen und fahrigen Verknüpfungen muß der Zuschauer über sich ergehen lassen, bis endlich die Kulissen der Erzählung stehen, die Figuren einigermaßen gezeichnet sind, der Held sein Schwert in die Hand nimmt und dem Bösewicht die Stirn bietet. Diese lange Stunde ist "gerade noch so" ertragbar, immerhin deutlich besser als bisheriger Boll-Murks. Und der boxende Regisseur mag nicht mal schuld sein: Die Figuren laufen von einem Punkt zum anderen, ohne daß genau klar wird, wieso eigentlich - da fehlt es einfach am Drama, ergo am Drehbuch. Entsprechend spannungsarm plätschert das Ganze vor sich hin, unterbrochen nur von gelegentlichen Fights.

Nach einer Stunde rücken dann die Prügeleien in den Vordergrund, die Figuren können sich endlich ein bißchen ins Spiel bringen, das große Hauen und Stechen geht los, übrigens deutlich überzeugender als noch bei "Bloodrayne". Richtig gut ist was zwar anderes, aber das Getöse lenkt zumindest davon ab, daß das alles etwas armselig ist. Solcherart Ablenkung tut not, schon weil man da nicht allzugenau auf die angeblich so bösen Krugs achtet, die daherkommen wie billige Ork-Kopien in Gummiklamotten. Deren Anblick zerstört schon in einer der ersten Szenen die Hoffnung, beim Kinobesuch eines 60-Millionen-Dollar-Spektakels könne man nichts falsch machen. Anders gesagt: Wie gut "Der Herr der Ringe" wirklich ist, wird an diesem Wannabe besonders deutlich.

Kann man sich den Käse trotzdem ansehen? Unbedingt! Da sind zum Beispiel ein paar Ninja-Kämpfer, die immer wieder hübsch durch die Luft fliegen, auch wenn nicht so recht klar ist, wozu sie das tun und wo sie eigentlich herkommen. Dann gibt´s die Amazonen-Kriegerinnen rund um Kristanna Loken, die sich malerisch-gefährlich aus den Bäumen abseilen - sehr hübsch. Doch wer es wirklich rausreißt, das ist die überraschend üppige Schauspielerriege: Jason Statham als Held "Farmer" tröstet im Alleingang über vielen Längen hinweg; in seinen besten Szenen wirkt gegen ihn selbst Aragorn wie ein Buchhalter. Die Kinokarte kann man sich auch wegen Ray Liotta kaufen: Als finstrer Zauberer Gallian mit Schmierfresse und dunklem Lachen ist er eine echte Augenweide, auch wenn er in seinem Rüschen-Blazer gelegentlich wie ein vom gestrigen Rentnerball übrig gebliebener Elektroorgel-Alleinunterhalter wirkt. Matthew Lillard begreift seine Rolle als fieser Herzog Fallow korrekterweise komödiantisch und gibt einen übertriebenen Verlierer-Schurken, dem man Szene um Szene ein Schwert in die Rippen wünscht, am besten das von Brian J. White (als des Königs loyaler Wadenbeißer). Jonathan Rhys-Davies als Merrick gibt immerhin einen soliden "guten" Zauberer ohne allzu viel Gedöns. Und den König selbst mimt ein etwas zu entspannter Burt Reynolds, der sichtlich seine neusten Schönheits-OPs ausführen wollte.

Kurz: Ganz harte Fantasy-Freaks auf Entzug können sich das Spektakel durchaus reinziehen, wenn sie die Zähne zusammenbeißen. Aber vielleicht besser auf die DVD-Version warten: Die soll drei Stunden haben (Kino: zwei Stunden) und könnte daher etwas weniger zusammengestoppelt wirken als die Kinofassung. Und Vorsicht: "Schwerter des Königs" ist trotz einiger gelungener Szenen ein höchstens mittelmäßig unterhaltsamer Streifen. Das seinerzeit vielgescholtene B-Movie "Die letzte Legion" ist deutlich sehenswerter. Zemeckis´ übler Fantasy-Verfehlung "Die Legende von Beowulf" kann Uwe Boll mit seinem überwiegend spaßbefreiten Haudrauf-Film jedoch durchaus das Wasser reichen.

 

If I had a hammer ...: "Seed"

 

Wer Boll als König der rätselhaft finanzierten Müllfilme belächelt, der sollte sich "Seed" ansehen. Dieser eiskalte Horrorfilm läßt einem nämlich das Grinsen im Gesicht festfrieren. Die Story paßt wie üblich auf zwei Blatt Klopapier: Der nur mit Mühe und Not und unter großen Opfern gefaßte Serienmörder Max Seed soll auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden. Das Tötungswerkzeug funktioniert allerdings nicht richtig - selbst nach zwei Versuchen lebt der Hundling noch. Gefängnischef, Henker und Arzt haben Angst, auch ein dritter Versuch könnte fehlschlagen; dann müßte der Todeskandidat auf Grund eines entsprechenden Gesetzes (das übrigens reine Fiktion ist) nämlich freigelassen werden. Das darf natürlich nicht passieren. Ergo wird Seed kurzerhand für tot erklärt und lebendig begraben. Weil´s aber ein Horrorfilm ist, buddelt er sich natürlich wieder raus und rächt sich an allen Beteiligten aufs Fööörchterlichste.

 

Graue Farben. Düstere Lichter. Durchgehende Wackelkamera. Szenen im Regen. Nichtlineare Erzählung, die trotzdem verständlich ist. Doktor Uwe Boll macht hier eindeutig auf Kunst, und es gelingt ihm sogar: "Seed" ist Bolls bisher bester Film - ein kaltherziger Streifen, der einem an die Gurgel geht. Kann durchaus sein, daß ihm dieses krude Kleinod nur aus Versehen gelungen ist. Doch hätte er es vor 25 Jahren gedreht, genösse es zweifellos jenen Kultstatus, der endlos fortgesetzten Trash-Klassikern wie "The Evil Dead" (na ja ...), "Halloween" (A-Kino war das auch nicht) oder "Freitag, der 13te" (bäh!) zuteil wurde. Leider gab´s inzwischen "Das Schweigen der Lämmer" und "Sieben", daher fehlt´s dem Film massiv an Originalität - den Gefängnisdirektor "Arnold Calgrove" vom Schwarzenegger-Lookalike Ralf Möller spielen zu lassen, und zwar mit typischer Arnoldscher Zigarre, das reicht nicht.

Macht aber nichts. Was "Seed" an Innovation fehlt, das macht er mit Unerbittlichkeit wett: Die ersten Szenen borgte sich Boll aus den Archiven von PETA und serviert uns erstmal ein paar Minuten Tierquälerei, dann Max Seed, der sich den Mist ansieht (so wie wir selbst das tun). Im Anschluß Szenen verwesender Leichen im Zeitraffer, dank der man sein Popcorn wieder hervorwürgt. Schließlich eine Alptraumszene, die sich gewaschen hat, übrigens Splatter-frei und trotzdem Horror. Was zeigt, daß es auch völlig ohne ginge, Uwe. Umso fragwürdiger daher die etwa vierminütige Einstellung ohne Schnitt oder Gewackel, in der Seed den Kopf einer hilflosen, gefesselten Frau mit einem Hammer zu Mus klopft. Die wird so schnell keiner vergessen, doch Filmgeschichte schreibt sie trotzdem nicht, denn Boll klaute hier bei "Irréversible"; anders als Gaspar Noé verzichtet er auf jede Begründung für diesen sinnlos eingefügten Gewaltporno, der überhaupt nichts mit dem Rest des Films zu tun hat. "Seed" hat eben auch viele Schwächen.

So ist etwa die Filmmusik zum Erbarmen. Die meisten Szenen sind zu dunkel, möglicherweise, um fehlende production values zu verbergen. Zu durchschaubar hingegen die Intention des zynischen Regisseurs, im Namen der Humanität einen auf Kunst zu machen und uns dabei in Wirklichkeit mit dem Hintern ins Gesicht zu springen. Er ist außerdem nie wirklich spannend - und das, obwohl man erstmalig in einem Boll-Movie die Hauptfigur ins Herz schließt, den ermittelnden Detective Matt Bishop (besser denn je: B-Mime Michael Paré). Auch ist das Drehbuch extrem dünn und hätte bestenfalls für eine Episode von "Geschichten aus der Gruft" gereicht. Boll war immerhin so schlau, den Film auf gut 85 Minuten zu schneiden. Länger dürfte die Tortur wirklich nicht dauern.

In der IMDb liegt "Seed" bei 2.6 von 10 Punkten. Zum Vergleich: Der völlig ausgelutschte Stoff, den "Saw 3" als Entschuldigung für einen Film serviert, sahnt satte 6.5 ab, ein Folter-Mist vom Kleinkaliber "Hostel" immerhin 5.6. Wo hat Uwe Boll mit seinem - in diesem Umfeld trotz aller Schwächen überlegenen - Film diesmal daneben gelangt? Ganz einfach: Er wollte, sagt er selbst über "Seed", einen Horrorfilm machen, den anzusehen keinen Spaß macht. Genau das ist ihm gelungen. "Seed" muß man wirklich nicht gesehen haben. Leider ist er trotzdem interessant, und daß die Kritik ihn überwiegend negativ bewertet, liegt nur daran, daß man diesen pervers bösen Horrorfilm einfach nicht gelungen finden möchte.

 

Der Untergang des Abendlandes: "Postal"

 

Als Computerspiel war "Postal 2" ein ziemlicher Hammer. In Ego-Shooter-Perpektive konnte man durch eine Spielewelt latschen und seine Mitmenschen auf vielfältigste Weise um ihr Leben bringen. Man mußte das aber nicht tun, wie die Hersteller beteuerten; man konnte die reichlich trivialen Missionen (etwa: "Milch einkaufen") auch ohne jede Gewalt lösen. Es war bloß viel leichter, es mit Pumpgun und Benzinkanister zu tun. Obdachlose anzünden und hinterher anpissen war ebenfalls möglich. Kein Wunder, daß "Postal 2" neben "Manhunt" zu den Spielen gehört, die wegen ihres unmoralischen Spielprinzips gleich in mehreren Ländern verboten sind. Umso größer war das Gefeixe, als Uwe Boll eine Verfilmung ankündigte. Die ist in noch weniger Kinos zu sehen als "Seed", und das hat natürlich seine Gründe.

Erste Szene: Ein paar Araber krachen mit einer Passagiermaschine ins World Trade Center. Nicht völlig absichtlich - denn nach einem ungeklärten Disput, wie viele Jungfrauen im Himmel wirklich auf sie warten, rufen sie Osama Bin Laden an, und der nennt eine eher niedrige Zahl. Den Terroristen, noch eben kurz vorm Martyrium, ist das zu wenig. Der Angriff wird abgebrochen, der Kurs auf die Bahamas geändert; doch leider überwältigen die ahnungslosen Fluggäste vorher die Männer im Cockpit - und so geht die Geschichte aus, wie wir alle sie in Erinnerung haben. Ha ha ha. Nein wirklich, die Szene (die es übrigens auf jedem Videoportal als "Postal-Trailer" gibt) ist ohne jeden Zweifel witzig, wenn man kein Opfer des 11. 9. kennt. Leider reitet sie ihren Witz doppelt so lange, wie für ihre Pointe gut wäre, und da reiht sie sich in die anderen Gags des Filmes ein.

 

Der "Postal Dude", Antiheld des Films, kriegt keinen Job, wohnt in einem Wohnwagen, und seine verfettete Frau vögelt mit Typen, die noch weniger auf der Pfanne haben als er. Immerhin hat er einen Onkel, der es zum Guru einer Sekte gebracht hat. Weil der aber gerade Steuerschulden hat, plant man gemeinsam ein großes Ding: bei eBay blödsinnige Merchandising-Produkte verhökern, die gerade knapp sind und daher unvorstellbare Preise erzielen. Doch diese "Krutchy"-Puppen dienen zugleich der Al-Quaida als Transportmittel für einen tödlichen Virus ...

Klingt total lustig, ist es aber nicht immer. Als Ersatz treibt "Postal" die politische Unkorrektheit bis zum Exzess. Sex, entblößte Penisse, Plop-Geräusche beim Oralsex, Männer, die nackt auf dem Klo sitzen, Blondinen, die Scheiße essen, blutige Schießereien im Arbeitsamt, Selbstmordattentäter, die sich kurz vor der Explosion noch von jeder Zerealien-Sorte ihres Supermarkes verabschieden, Omas, die von Bullen grundlos abgeknallt werden, behinderte Menschen und Kinder, die in Zeitlupe im Kugelhagel sterben, lebende Katzen als Schalldämpfer ... Boll macht jeden flachen, schlechten, geschmacklosen und kindischen Witz, den man sich nur vorstellen kann. Verständlich, daß die Kritik diesen No-Brainer überwiegend ablehnt. Kein kluger Mensch wird freiwillig zugeben, in "Postal" mehrmals gelacht zu haben.

Warum eigentlich? "Postal" ist schlecht, ja, aber witzig ist er stellenweise auch. Und endlich läßt da mal einer die Sau ums Haus und läuft Amok - auf Zelluloid. "Postal" hätte ein ganz wunderbar sinnfreier Trash-Streifen sein können, wenn nicht gerade Boll ihn gedreht hätte. Leider geht unter Uwes Kommando zu vielen Witzen die Puste aus. Die Filme der Zucker-Brüder mit Jim Abrahams waren gewiß seine Vorbilder, doch ebenso deutlich ist zu sehen, daß ihm das Wichtigste fehlt, was deren Top-Komödien ausmacht: perfektes Timing, eine leichte Hand und das Gespür dafür, was man besser wegläßt. Fast jeder einigermaßen gute Witz kündigt sich polternd an, und die überraschenden sind vorbeigesaust, ehe man sie kapiert hat.

Trotzdem hat Boll mit "Postal" geschafft, was ihm bisher noch nicht gelungen war: sein mit dämlichstem Personal überbevölkerter, völlig beknackter Streifen ist tatsächlich "so schlecht, daß er fast schon wieder gut ist". Wer auf Fäkal-Jokes abfährt, auch mal einen flachen Gag zu schätzen weiß und sich diese Gurke erst nach mindestens drei Bieren reinzieht, wird seinen Spaß haben. Zum Beispiel an Boll selbst, der im Film vom Entwickler der "Postal"-Spiele wegen seiner Verfilmung von der Bühne geprügelt wird und im Verlauf der anschließenden Rumknallerei eine Kugel in die Eier kriegt. Har har har. Uwe Boll mag keine Sternstunde der Kinokomödie gedreht haben, aber humorlos ist er nicht!

Übrigens könnte man "Postal", diese etwas zu lang geratene, freigeistige, sinn- und zusammenhanglose Aneinanderreihung schlechter Scherze und brutaler Ballereien auch ganz anders betrachten. Hätte nämlich ein Christoph Schlingensief diesen filmischen Amoklauf abgeliefert, so würden ihn alle für große Trash-Kunst halten, für eine intertextuelle Katharsis, etc. pp. Darüber sollte man mal meditieren ... Aber egal, der Quatsch liefe dennoch nur in Kleinkinos. Dort kann ihn sich getrost jeder ansehen, der John Waters für einen guten Regisseur hält und Russ Meyers "Mondo Topless" mindestens einmal bis zum Ende durchgehalten hat.

 

Von Bollinger-Champagner kann also noch nicht die Rede sein: Boll bleibt seiner Linie treu und liefert Haudrauf-Kino der groben Art. Aber das heißt nicht, daß man die Filme nicht anschauen könnte. "Seed" ist vielleicht nicht "cooler" oder "ironischer" als der Horror-Durchschnitt der letzten Jahre, aber als Horrorstreifen besser; endlich mal wieder ein Schocker, der weh tut und den man sich lieber nicht angesehen hätte. "Postal" gerät zwar durch seine teils grobmotorische Inszenierung ins Stolpern und hätte vielleicht besser auf die eine oder andere Zote verzichtet; andererseits ist er herrlich chaotisch, wild und anarchistisch und an vielen Stellen wirklich witzig.

Nur "Dungeon Siege" schmerzt den Autor dieser Zeilen: Dieser Film hätte richtiges gutes Action-Kino ohne mythischen Ballast werden können, bleibt aber leider unter seinen Möglichkeiten. Ich behaupte sogar, daß er eine der Schwächen von Uwe Boll entblößt: den fehlenden Willen, ein perfektes Ganzes abzuliefern (Anm. der Red.: ein Phänomen, das leider auch auf Takashi Miike zutrifft.). Er verliert sich in einigen guten Szenen und Einfällen und vielleicht auch in der Arbeit, seine Filme finanziert zu kriegen. Zugleich orientiert er sich (siehe EVOLVER-Interview) stets am schlechten Beispiel. Aber es reicht eben nicht, besser sein zu wollen als "Saw 2", man muß besser sein wollen als "Sieben". Wenn das nicht klappt, kommt immerhin ein Film heraus, der vergebens nach den Sternen greift, statt eines Films, der sich bloß bemüht, die Standard-Bedürfnisse der jeweiligen Fans checklistenartig abzuhaken.

Nichtsdestotrotz: Wir hoffen weiterhin das Beste - und bleiben am Boll. Schließlich stehen in nicht allzu ferner Zukunft die Game-Verfilmung "Far Cry" sowie das Vietnam-Spekaktel "Tunnel Rats" auf dem Programm. Und "Bloodrayne 2: Deliverance" wollen wir auch noch auf die Zähne fühlen ...

Andreas Winterer

Schwerter des Königs - Dungeon Siege

ØØ

(In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale)

Leserbewertung: (bewerten)

USA/Kanada/D 2007

127 min.

Regie: Uwe Boll

Darsteller: Jason Statham, John Rhys-Davies, Ray Liotta u. a.

Links:

Seed

ØØØ

(Seed)

Leserbewertung: (bewerten)

Kanada 2006

86 Min.

Regie: Uwe Boll

Darsteller: Michael Paré, Ralf Moeller, Will Sanderson u. a.

Links:

Postal

ØØØ 1/4

Leserbewertung: (bewerten)

USA/Kanada/D 2007

100 min.

Regie: Uwe Boll

Darsteller: Zack Ward, Dave Foley, Chris Coppola u. a.

Links:

Kommentare_

Kommentar verfassen
sidrulez - 14.04.2008 : 10.53
Was immer Uwe Boll auch ist, genialer Geschäftsmann, guter Familienvater, ein Freund usw., ein guter Regisseur wird er nicht mehr werden. Das kann man wohl nach all seinen Versuchen, einen halbwegs soliden Film abzuliefern feststellen. Schade eigentlich, denn am Willen scheiterts nicht. Er will immer, nur er kanns nicht, da helfen auch die besten Darsteller nix (Ben Kingsley, Stadham usw. muss man erstmal so schlecht aussehen lassen). Film ist eben nicht nur primitives gehacke und gehämmere sondern sollte immer auch eine Geschichte erzählen und vor allem visuell überzeugen, den Zuschauer mit auf eine Reise aus dem Alltag nehmen, ein bischen Magie eben, das was Kino ausmacht und das ist gar nicht so einfach. Diese Magie und das Gespür für optische Umsetzung eines Stoffes kann man nur bedingt lernen., einiges an Talent muss man haben (so wie man ohne Talent kein guter Musiker wird). Uwe Boll hat sicher auch seine Talente, nur eben nicht als Filmemacher.

Kolumnen
Kolumnen, die die Welt nicht braucht #48

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es war nicht alles schlecht, damals im (Ihr regionales Vor-Regime hier einsetzen). Ja, sicher, XYZ war die Regel, aber es gab auch Ausnahmen! Und dahinter steckt meist Rußland.  

Editorial
Kolumne: Autoren, die die Welt nicht braucht #47

15 Typen schreibender Menschen, die Sie nicht kennen müssen

Sinnvoller als Bücherverbrennungen sind eigentlich nur Manuskriptverbrennungen. Noch besser wäre freilich, das Schreibpapier schon abzufackeln, bevor sich Poesie und Prosa darauf niederlassen können. Die Wurzel allen Übels aber sind die Schreibenden.  

Print
Bret Easton Ellis: Weiß

American Snowflake

Der Autor von "American Psycho" hat ein neues Buch geschrieben. Der Klappentext verspricht "autobiographische Erlebnisse mit schonungslosen Beobachtungen und Erfahrungen" in "der amerikanischen Gesellschaft". Naja ...  

Kolumnen
Kolumnen, die die Welt nicht braucht #46

Papier und Bleistift

Angesichts der totalen Digitalisierung alles Analogen wird es Zeit, der ganzen digitalen Scheiße einmal den Dolch in den Rücken zu stoßen. Mit Papier und Bleistift kann das jeder.  

Kolumnen
Kolumnen, die die Welt nicht braucht #45

Diese 10 guten Vorsätze können Sie schaffen - vor allem Nr. 9

Selten blicken wir zurück, meist auf Autobahnen, wenn wir mit unserem 34-PS-Töff-töff aus der Lücke zwischen zwei Giftstoff-Schwertransportern entkommen wollen. Nur am Ende vom Jahr, da werden die Rückblicke plötzlich episch - und mit "guten Vorsätzen" ergänzt. So wie dieser hier.  

Video
Moontrap - Gefangen in Raum und Zeit

Ersatzteil-Lieferung!

Was würden Sie tun, wenn Sie im Weltraum ein seltsames Ei fänden? Sofort desintegrieren? Oder ins Sackerl packen und mit zur Erde nehmen? Ratschläge erteilt diese kleine SF-Horror-Trash-Perle ...